Montag, 17. März 2025

Straßen ohne Gehweg

📖 Lesezeit: ca. 3 Minuten
Du wanderst durch die sanften Hügel rund um Dorfen, wo die Straßen sich wie silberne Bänder durch Wiesen und Felder schlängeln. Kein Gehweg säumt deinen Pfad, kein gepflasterter Streifen trennt dich vom ruhigen Fluss der Straße. Hier gehst du auf der linken Seite – bewusst, achtsam, dem Verkehr entgegen. Doch dieses Gehen folgt nicht nur deinem Gefühl, sondern auch einer klaren Regel: Die Straßenverkehrsordnung, in § 25 Absatz 3, schreibt es so vor.

Dort liest du schwarz auf weiß: „Wo auf Straßen ohne Gehwege der Verkehr der Fußgänger nicht durch gesonderte Wege oder durch andere geeignete Maßnahmen geregelt ist, haben die Fußgänger die Straße so zu benutzen, dass sie dem Fahrzeugverkehr gegenübergehen.“
Diese Worte sind kein starres Gesetz, sie sind ein Schutzversprechen – für dich und alle, die sich zu Fuß dem Leben stellen.

Konkret bedeutet das: Sowohl innerhalb des Ortes als auch draußen, wo die Felder endlos erscheinen, benutzt du die linke Straßenseite, wenn kein Gehweg vorhanden ist. Du gehst bewusst den Fahrzeugen entgegen. Warum? Damit du sie rechtzeitig siehst. Damit du nicht überrascht wirst. Damit du Raum hast, ihnen mit einem Schritt zur Seite auszuweichen. Deine Sicherheit steht hier an erster Stelle – genauso wie deine Sichtbarkeit im Straßenverkehr.

Doch diese Regel ist mehr als bloßer Paragraph. Sie wird zu einem stillen Begleiter deines Spaziergangs. Du blickst dem Wind ins Gesicht, so wie den Autos, die dir von vorne entgegenrollen. Kein Motor brummt unbemerkt hinter deinem Rücken. Du bestimmst den Rhythmus, wach und verbunden mit deiner Umgebung.

Es ist, als ob du dem Fluss des Lebens selbst entgegengehst. Du hast die Freiheit, den Moment zu sehen, Entscheidungen zu treffen, und zugleich bist du eingebunden in das große Ganze – geschützt durch Gesetz, getragen von Aufmerksamkeit.

Die Sonne streicht über dein Gesicht, der warme Asphalt liegt unter deinen Füßen, und der nächste Schritt gehört nur dir. Auf der linken Seite gehst du sicher, sichtbar und im Einklang mit Dorfen, seiner Natur und seinen Regeln. Ein kleiner Paragraph, ein einfacher Schritt – und doch wird daraus ein bewusster Akt des Einswerdens mit dem Weg, der Welt und dir selbst.

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