Ich kann nicht anders. Dieser Ausschnitt, dort am Nebentisch, zieht meinen Blick an wie ein Magnet aus Haut und Licht. Zwingt meine Augen tiefer zu blicken, tiefer, als es mir guttut – und vielleicht auch tiefer, als ihr guttut. Ich tue es nicht mit Absicht, so rede ich mir ein. Es ist ein Reflex. Ein Impuls. Etwas, das kommt, bevor der Gedanke einsetzt.
Und ich genieße es – schamhaft. Als würde ich heimlich ein verbotenes Bild betrachten, das sich nur für mich entfaltet, nur für diesen flüchtigen Moment. Besonders intensiv ist dieses Gefühl, wenn mein Blickopfer es nicht bemerkt. Es ist ein Genuss im Schatten – ein stilles Spiel zwischen mir und der Unwissenheit der anderen.
Doch dann zucke ich innerlich zurück. Was tue ich da eigentlich? Warum lasse ich zu, dass mein Blick aus einem Menschen ein Objekt macht – ein bloßes Schauobjekt, ein Sexobjekt? Warum entwürdige ich durch einen kurzen Blick all das, was sie ist: stark, empfindsam, komplex, ein Gegenüber?
Ich beginne zu fragen – und ich antworte mir selbst.
Mein Blick in den Ausschnitt ist vielleicht ein Reflex, ein Erbe der Evolution. Ein biologischer Impuls, gespeist von uralten Trieben der Partnerwahl, der Fruchtbarkeit, der Körperzeichen. Es gibt sie, diese biologische Erklärung. Männer reagieren – automatisch – auf Signale, die sexuelle Attraktivität versprechen. Der weibliche Busen ist eines dieser Zeichen, in vielen Kulturen stark mit Erotik aufgeladen. Mein Blick ist also nicht frei von Natur. Aber er ist auch nicht frei von Verantwortung.
Denn ich bin nicht nur ein Triebwesen. Ich bin ein fühlender, denkender Mensch. Ich bin geprägt von meiner Kultur, meiner Erziehung, meinen Rollenbildern – und ich bin fähig zur Reflexion. Die Gesellschaft, in der ich lebe, macht den weiblichen Körper sichtbar. Sie sexualisiert ihn, stellt ihn zur Schau, modelliert ihn als Bild. Und ich, als Mann, habe gelernt, hinzusehen. Oft unbewusst. Oft scheinbar erlaubt. Aber nie ohne Folgen.
Ich erkenne den inneren Konflikt: da ist Lust – und da ist Schuld. Da ist der flüchtige Genuss – und da ist das Fragen: Würde ich selbst so angesehen werden wollen? Was, wenn sie es bemerkt – und sich dadurch verletzt, reduziert, übergangen fühlt? Wie mächtig ist mein Blick – und wie achtsam bin ich im Umgang mit dieser Macht?
Ich finde keine Ausrede. Es gibt keine biologische Rechtfertigung für ein Verhalten, das einen anderen Menschen verletzt. Triebe sind nicht zwanghaft. Ich habe Kontrolle, ich habe Verantwortung. Ich kann entscheiden, wie ich mit dem, was in mir aufsteigt, umgehe. Ich kann achtsam sein – oder achtlos. Respektvoll – oder vereinnahmend.
Mein Verhalten ist nicht „böse“ – aber es ist hinterfragbar. Und genau das tue ich. Ich frage mich. Ich lerne mich kennen. Ich nehme meine Blicke nicht mehr als selbstverständlich hin, sondern als Teil eines Dialogs zwischen mir und der Welt.
„Downblousing“ – ein Wort, das sich kühl und technisch anhört. Ein Begriff für einen Moment, der so vielschichtig ist: Neugier, Schönheit, Verführung, Unbewusstes, Macht. Es ist mehr als nur ein Blick in einen Ausschnitt. Es ist ein Blick in mich selbst.
Ich gehe weiter durch Dorfen. Mein Blick ist noch immer derselbe – aber mein Bewusstsein ist gewachsen. Und vielleicht – ja, vielleicht – beginnt genau dort die wahre Veränderung: nicht in der Verleugnung des Impulses, sondern in der liebevollen, ehrlichen, verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit ihm.
Nicht für dich! Sondern das bin ich!
Frauen kleiden sich nicht für unsere männlichen Blicke. Sie zeigen sich nicht, um uns Männern zu gefallen – sondern weil sie sich ausdrücken, frei leben, frei sein wollen.
Was sie tragen, was sie zeigen, ist kein Angebot, keine Einladung und schon gar keine Rechtfertigung. Es ist Ausdruck ihrer Persönlichkeit, ihres Stils, ihrer Freiheit.
Das Problem liegt nicht in ihrem Ausschnitt, sondern in unserem Blick.
Wir Männer sind es, die lernen müssen, unsere Impulse zu erkennen, zu hinterfragen und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen.
Nicht jede Schönheit ist für uns bestimmt. Nicht jeder Reiz ist ein Ruf.
Freiheit bedeutet: Frauen dürfen sich zeigen – und zwar ohne Angst, ohne Bewertung, ohne Begehren, das zur Last wird.
Denn sie sind nicht für uns da. Sie sind da – für sich.
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Bis ca. 10.000 v. Chr. - Altsteinzeit
Menschen tragen Tierfelle, Umhänge, manchmal Gürtel oder Bänder. Frauen erscheinen auf Höhlenzeichnungen oder Statuetten (z.B. Venus von Willendorf) nackt, mit betonter Brust. Nacktheit ist gesellschaftlich akzeptiert - zumindest im Oberkörperbereich.
10.000 bis 3.000 v. Chr. - Jungsteinzeit
Textilien aus Flachs oder Wolle entstehen. Es gibt Hinweise auf einfache Tuniken, Wickelkleider, Schurzelemente und Gürtel – doch keine gezielte Formung oder Bedeckung der Brüste und ohne bewusste Betonung des Dekolletés. Kleidung ist meist einteilig und lose.
2.600 v. Chr. - Dekolleté der Prinzessin Nofret
Im Jahr 2.600 v.Chr. wird Prinzessin Nofret aus der vierten Dynastie Ägyptens in einem Kleid mit tiefem V-Ausschnitt dargestellt, der ein üppiges Dekolleté freigibt, das durch eine kunstvolle Halskette und deutlich hervortretende Brustwarzen noch betont wird.
2.500 v. Chr. - Frühbronzezeit
In Mesopotamien und Ägypten tragen Frauen oft ärmel- und trägerlose Gewänder, die über die Brust reichen und ohne bewusste Betonung des Dekolletés sind. Diese gelten eher als Ganzkörperkleidung.
Vor 2.500 v. Chr. - Oben ohne
Vor 2.500 v. Chr. tragen Frauen entweder gar nichts am Oberkörper oder verhüllen ihn indirekt durch lose, einteilige Kleidung. Die Brust wird dabei nicht gezielt bedeckt, geformt und ohne bewusste Betonung des Dekolletés.
Ab 2.500 v. Chr. - Brüste bedecken
Die Vorstellung, die Brust müsse gestützt oder verdeckt werden, ist eine kulturelle Entwicklung ab 2.500 v.Chr. und stark abhängig von Klima, Moralvorstellungen und sozialer Struktur, z.B. bedecken und stützen minoische Frauen auf Kreta ihre Brüste ab 2.500 v. Chr.
2. Jahrtausend v. Chr. - Minoische Kultur
In der antiken minoischen Kultur tragen Frauen Oberteile, die so arrangiert werden können, dass sie ihre Brüste vollständig bedecken oder freigeben, und Mieder, die ihr Dekolleté betonen.
1.600 v. Chr. - Schlangengöttinnenfiguren
Im Jahr 1600 v.Chr. werden in Minos Schlangengöttinnenfiguren mit offenen Kleidern geschaffen, die die gesamte Brust enthüllen.
Zu dieser Zeit tragen kretische Frauen in Knossos bereits ornamentierte, eng anliegende Mieder mit offenem Dekolleté oder Korsetts mit freier Brust.
Ab 8. Jahrhundert v. Chr. - Kathem
Frauen in der griechischen und römischen Zivilisation tragen Chitons und Stolas – lockere Gewänder, oft mit offenem Halsausschnitt, aber ohne bewusste Betonung des Dekolletés.
Frauen schmücken ihr Dekolleté mit einer Kathem, eine langen Halskette mit Anhänger.
750 v. Chr. - Dekolleté der Göttin Hera
In der Ilias wird die griechische Göttin Hera beschrieben, die so etwas wie eine frühe Version eines Push-up-BHs trägt, der mit „ Broschen aus Gold“ und „hundert Quasten “ geschmückt ist, um ihr Dekolleté zu vergrößern und so Zeus vom Trojanischen Krieg abzuhalten.
3. Jahrhundert v. Chr. - Üppiges Dekolleté
Eine im 3. Jahrhundert v. Chr. in Südarabien gefundene Silbermünze zeigt eine dralle ausländische Herrscherin mit üppigem Dekolleté und aufwendiger Frisur.
2./5. Jahrhundert - Geburtsfehler
Nathan ha-Bavli (ca. 2. Jh.) und Aha bar Raba (ca. 5. Jh.) messen die angemessene Größe des Dekolletés mit „einer Handbreite zwischen den Brüsten einer Frau“. Dabei handelt es sich nicht um ein gezeigtes Dekolleté, sondern ein Dekolleté, das größer als eine Handbreite ist, gilt als Geburtsfehler.
160 - Dekolleté der Photis
In „Der goldene Esel“ von Lucius Apuleius wird Photis, eine wichtige weibliche Figur, mit ausgeprägtem Dekolleté und parfümierten Brustwarzen beschrieben.
200 - Konzept des Zniut
Tzniut umfasst eine Gruppe jüdischer Gesetze, die sich mit der Sittsamkeit in Kleidung und Verhalten befassen. Das Tzniut verbietet das Zeigen jeglichen Dekolletés.
7. bis 9. Jahrhundert - Dekolltiertes Ruqun-Gewand
Der Kleidungsstil der Tang-Dynastie (7. bis 9.Jh.) sind lange Kleider (Ruqun-Gewand) aus weichen Stoffen, die mit einem ausgeprägten Dekolleté und sehr weiten Ärmeln geschnitten sind, oder ein knielanges Dekolleté-Kleid, das über einem Rock getragen wird.
Die chinesische Kleidung aus dieser Zeit hat einen starken Einfluss auf den japanischen Kimono.
Die chinesische Fernsehserie „Die Kaiserin von China“ wird 2014 kurzzeitig aus dem Programm genommen, weil sie das üppige Dekolleté an den Höfen der Tang-Dynastie zeigt.
8. Jahrhundert - Ära der Unwissenheit
Der islamischen Exegese zufolge tragen Frauen in der vorislamischen Ära der Dschahiliyya (Unwissenheit) häufig Kleidung, die ihren Hals, ihre Schultern und den oberen Teil ihrer Brust entblößte, um die Aufmerksamkeit auf ihre Schönheit zu lenken.
Imru‘ al-Qais schreibt in Mu‘allaqat, einer Reihe von sieben Gedichten: „Die Öffnungen ihrer Westen sind weit über ihren zarten Brüsten“ und „ihre Brust so glatt und glänzend wie Spiegel“.
10. bis 16. Jahrhundert - Indische Dekolleté-Kleidung
Zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert wird die vorherrschende Dekolleté-Kleidung der Frauen im indischen Punjab , Gujarat und Rajasthan durch bedeckte Brüste und lange Schleier ersetzt, als die Region zunehmend unter ausländische Kontrolle gerät.
Während dieser Zeit werden aufwendige, opulente höfische Kleider mit weiten Dekolletés in den italienischen Seefahrerstaaten Venedig , Genua und Florenz populär.
1000 bis 1400 - Mittelalter
Brüste werden züchtig verdeckt; das Dekolleté spielt kaum eine Rolle. Kleidung betont eher Taille und Hüfte.
Bis 13. Jahrhundert - Kein sichtbares Dekolleté
Bis ins 13.Jh. ist ein sichtbares Dekolleté im christlichen Westen noch nicht akzeptabel.
14. bis 19. Jahrhundert - Statussymbol entblößte Brust
In ganz Europa ist ein tief ausgeschnittenes Dekolleté vom Spätmittelalter bis in die viktorianische Zeit oft ein Merkmal der Kleidung. Entblößte weibliche Beine, Knöchel und Schultern gelten als gewagter als entblößte Brüste.
Kleider, die den Hals und die Brust einer Frau freigeben, zeigen und betonen, sind weit verbreitet, allgemein akzeptiert und unumstritten. Besonders Ball- und Abendkleider haben ein tiefes, quadratisches Dekolleté.
In aristokratischen und oberschichtlichen Kreisen gilt das Zeigen der Brüste zeitweise als Statussymbol – ein Zeichen von Schönheit, Reichtum und sozialer Stellung, das an die antiken griechischen Aktskulpturen erinnert und die Kunst, Bildhauerei und Architektur dieser Zeit beeinflusst.
Ab 14. Jahrhundert - Brüste werden zur Schau gestellt
Beginnend in Frankreich zeichnet sich im 14.Jh. ein Wandel ab: Ausschnitte werden tiefer gelegt, Kleidung enger gefasst und Brüste zur Schau gestellt.
Nach 1353 - Schwarzer Tod
Nach dem Schwarzen Tod beginnen Frauen, sich in ihrer Kleidung freizügiger zu kleiden und die Aufmerksamkeit auch auf ihre Brüste zu lenken.
1370 - Höfliches Anstarren
Ein zeitgenössisches französisches Höflichkeitsbuch, La Clef d'Amors, von 1370 rät: „Wenn Sie eine schöne Brust und einen schönen Hals haben, bedecken Sie diese nicht, sondern Ihr Kleid sollte tief ausgeschnitten sein, damit jeder sie anstarren und bestaunen kann.“
1392 - Dekolletéschlitze und Brustbeutel
Der Dichter Eustache Deschamps empfiehlt „einen weit geöffneten Ausschnitt und ein enges Kleid mit Schlitzen, durch die Brüste und Hals besser sichtbar sind“.
Auch das Einnähen von zwei Beuteln in das Kleid, „in die die Brüste gequetscht werden, sodass die Brustwarzen nach oben ragen“, wird vorgeschlagen.
1400 - Lächeln der Oberweite
Der belgische Chronist Jean Froissart nennt um 1400 das Dekolleté das „Lächeln der Oberweite“.
Ab 1400 - Spätmittelalter und Renaissance
Tiefe, eckige Ausschnitte kommen auf. Das Dekolleté wird gesellschaftsfähig, besonders in höfischen Kreisen.
15. Jahrhundert - Dekolletékleider und Brustbewertungssystem
Dekolletékleider kommen im 15.Jh. auf. Frauen beginnen ihre Brüste zusammenzudrücken und Make-up aufzutragen, um ihr Dekolleté attraktiver zu gestalten.
In einem damals entwickelten Brustbewertungssystem erhalten Brüste die höchste Bewertung, wenn sie „klein, weiß, rund wie Äpfel, hart, fest und weit auseinander“ sind.
15. Jahrhundert - Tor zur Hölle
Die französische katholische Kirche versucht, das Zurschaustellen von Dekolletés zu unterbinden. Sie verbietet das Dekolleté, das sie als „Tor zur Hölle“ bezeichnet, und verlangt, dass die Öffnung an den Miedern der Frauen geschnürt sein müssen.
1422 bis 1461 - Hof-Dekolleté
Monarchen wie Karl VII. von Frankreich ignorieren die Kirche. An seinem Hof ist es üblich, dass Frauen Mieder tragen, durch die ihre Brüste, ihr Dekolleté und ihre Brustwarzen zu sehen sind.
1450 - Dekolleté der Agnès Sorel
Das Dekolleté von Agnès Sorel, der Mätresse von Karl VII., ist streng geometrisch, tief und quadratisch ausgeschnitten. Es legt die obere Brust frei, ohne sie sinnlich zu betonen. Der Schnitt folgt der höfischen Mode des 15.Jhs. und wirkt klar, fast architektonisch.
Ein senkrechter Besatz mit Edelsteinen zieht den Blick nach unten. Die helle, ebenmäßige Haut steht im Kontrast zum kräftigen Rot der Ärmel – dezent, aber selbstbewusst und stilprägend für ihre Zeit.
1487 - An ihren Eutern aufhängen
Der französische Priester Oliver Maillard sagt, Frauen, die ihre Brüste entblößen, werden „in der Hölle an ihren Eutern aufgehängt“.
16. bis 20. Jahrhundert - Mieder
Ein Mieder ist ein den Oberkörper eng umschließendes Kleidungsstück, das je nach Kontext das Oberteil eines Kleides (Taille), ein versteiftes Kleidoberteil oder ein Korsett bezeichnet. Es wird heute noch in Volkstrachten z.B. beim Dirndl und als Korsage getragen.
Sein Ursprung geht auf die Renaissance etwa Anfang des 16.Jhs. zurück.
Das Mieder bzw. Korsett formt die Silhouette der Frau in Europa bis ins frühe 20.Jh. Das Dekolleté wird unterschiedlich gestaltet.
16. und 17. Jahrhundert - Entblößte Brüste
In den europäischen Gesellschaften des 16.Jhs. ist Damenmode mit entblößten Brüsten klassenübergreifend üblich: Anne von der Bretagne wird in einem Kleid mit quadratischem Ausschnitt gemalt.
Tiefe, quadratische Dekolletés sind im England des 17.Jhs. beliebt: Königin Maria II. und Henrietta Maria, die Frau von Karl I. von England, werden mit weit entblößten Brüsten dargestellt. Der Architekt Inigo Jones entwirft für Henrietta Maria ein Maskenkostüm, das beide Brüste weit enthüllt.
Ab 16. Jahrhundert - Korsett
Ab dem 16.Jh. wird die Unterwäsche wohlhabender Frauen in der westlichen Welt vom Korsett dominiert, das die Brüste nach oben drückt.
16. Jahrhundert - Tief ausgeschnittene Inka-Kleider
Im 16.Jh., als die spanischen Konquistadoren das Inkareich kolonisieren, werden die traditionellen, tief ausgeschnittenen und farbenfrohen Inka-Kleider durch hochgeschlossene Kleider mit bedecktem Busen ersetzt.
1501 bis 1736 - Safawiden-Ära
In der Kunst der Safawiden-Ära stellt die Frau mit übertrieben ausgeschnittenen Dekolleté die europäische Frau dar.
1520 bis 1566 - Anständig entblößte Brüste im Entari
In der Türkei Mitte des 16.Jhs., während der Herrschaft von Süleyman dem Prächtigen über das Osmanische Reich, gestatten die Vorschriften zur Ehrbarkeit „anständigen“ Frauen, modische Kleider mit freiem Dekolleté zu tragen.
„Prostituierten“ wird dieses Privileg verwehrt, um zu verhindern, dass Sexarbeiterinnen auf ihren Lebensunterhalt aufmerksam machen.
Das Entari, ein beliebtes Kleidungsstück für Frauen, ähnelt den korsettierten Miedern Europas ohne Korsett: sein schmales Oberteil und sein schmaler, langer und tiefer Ausschnitt enthüllen ein großzügiges Dekolleté.
1526 bis 1857 - Cholis im Rajput-Stil
Mogulgemälde zeigen oft Frauen in halbtransparenten Cholis im Rajput-Stil, die nur den oberen Teil ihrer Brüste bedecken, Brustschmuck und außergewöhnlich gewagtem Dekolleté.
Im 16.Jh. beginnen Hindu-Frauen, ihre Eroberer nachzuahmen, indem sie ihre Schultern und Brüste bedecken.
1550 - Gambaz-Kleider
Mitte des 16.Jhs. werden Gambaz-Kleider mit freiem Dekolleté unter verheirateten Frauen im Levante akzeptiert, wo Brüste als Zeichen der Mutterschaft gelten.
Ab 1550 - Dekolletébetonende Korsetts
Dekolletébetonende Korsetts, bei denen Fischbein und andere steife Materialien verwendet werden, um eine gewünschte Silhouette zu erzeugen – eine Mode, die auch von Männern für ihre Mäntel übernommen wird – werden Mitte des 16.Jhs. eingeführt.
1558 bis 1603 - Elisabethanische Ära
Während des extremen Dekolletés der elisabethanischen Ära werden Ausschnitte oft mit Rüschen und Perlenketten verziert und manchmal mit Falten und Plättchen, in Italien „ tasselo“ und in Frankreich „la modiste“ genannt, bedeckt.
Die Korsetts der späten elisabethanischen Ära mit ihrer starren, einengenden Vorderseite formen aus der Figur einer Frau eine flache, zylindrische Silhouette mit tiefem Dekolleté.
17. Jahrhundert - Dekolleté im Barock
Das Dekolleté ist eng mit der Geschichte weiblicher Brustbekleidung verbunden. Während der BH eine funktionale Rolle spielt (Stütze, Form, Schutz), erfüllt das Dekolleté eine ästhetisch-soziale Funktion: Es betont oder verbirgt den oberen Brustbereich und signalisiert Weiblichkeit, Schönheit, Erotik oder gesellschaftlichen Status.
Das Dekolleté ist ein Spiegel gesellschaftlicher Normen: In manchen Epochen gilt es als reizvoll und erwünscht, in anderen als anstößig oder verboten. Diese Schwankungen erzählen viel über das Frauenbild, Schönheitsideale und Moralvorstellungen.
Die Mode des Dekolletés beeinflusst die Entwicklung des BHs – z. B. den Bügel-BH, den Push-up oder trägerlose Modelle. Umgekehrt ermöglicht der BH das Tragen bestimmter Ausschnitte erst.
Besonders seit dem Barock wird das Dekolleté inszeniert – in der Malerei, in höfischer Mode, später im Film, in der Werbung und in Popkultur. Es steht für Inszenierung und Selbstbewusstsein – oder auch für Kontrolle und Anpassung.
Das Dekolleté erreicht im Barock einen Höhepunkt an Inszenierung. Korsetts drücken die Brust nach oben, weite Ausschnitte betonen sie. Die Brust zu einem „Schauobjekt“.
17. Jahrhundert - Schulterträger wandern
Das ganze 16.Jh. über bleiben die Schulterträger auf den Schultern, doch im Laufe des 17. Jhs. wandern sie die Schultern hinunter und über die Oberseite der Arme, und Mitte des 17. Jhs. wird der ovale Ausschnitt dieser Zeit alltäglich. Gegen Ende des Jhs. beginnen die Ausschnitte an der Vorderseite der Damenkleidung sogar noch tiefer zu fallen.
Die französische Mode, einschließlich des hohen Halsausschnitts im spanischen Stil und der Halskrause, die das Gesicht umrahmt, beginnt in Italien an Popularität zu gewinnen und ersetzt das Dekolleté im Medici -Stil.
1603 bis 1868 - Edo-Zeit
Im Japan der Edo-Zeit wird in der erotischen Shunga-Kunst sehr wenig Wert auf Brüste gelegt, da Männer sich weniger für Brüste interessieren.
Die japanische Gesellschaft des 19.Jhs. ist vom Dekolleté westlicher Frauen schockiert.
1610 - Taschentuch bedeckt Dekolleté
Um 1610 werden Halsbesätze allmählich durch flache Kragen ersetzt, die ein aufreizendes Dekolleté ermöglichen, das manchmal mit einem Taschentuch bedeckt wird.
1615 bis 1643 - Dekolleté der Anna von Österreich
Anna von Österreich und die weiblichen Mitglieder ihres Hofes sind dafür bekannt, sehr enge Mieder und Korsetts zu tragen, die die Brüste zusammenpressen und so ein tieferes Dekolleté schaffen, sehr tiefe Ausschnitte, die die Brüste fast vollständig über den Warzenhöfen entblößen, und Anhänger, die auf dem Dekolleté liegen, um es hervorzuheben.
1625 - Dekolleté der Anna von Österreich
Das Dekolleté von Anna von Österreich ist tief und rund ausgeschnitten, betont elegant die Brustlinie. Feine Spitze säumt den Ausschnitt und verleiht ihm Leichtigkeit und Zartheit. Die helle Haut steht im reizvollen Kontrast zum dunklen Stoff des Kleides. Eine schlichte Perlenkette lenkt den Blick auf den freien Hals und das Dekolleté. Der Stil wirkt selbstbewusst, edel und modisch – ganz im Sinne einer königlichen Modeikone des 17. Jahrhunderts.
1630 - Dekolleté der Henrietta Maria
Das Dekolleté von Henrietta Maria ist weit und oval ausgeschnitten, zeigt Hals, Schlüsselbein und den oberen Brustansatz. Es entspricht der höfischen Mode der 1630er: elegant, anmutig und leicht verführerisch, aber ohne Anstößigkeit. Ein Perlenhalsband betont die Linie des Ausschnitts. Der schwere Stoff und die Pelzstola kontrastieren mit der hellen Haut und verleihen dem Dekolleté Würde und Tiefe. Die Darstellung unterstreicht königliche Weiblichkeit und kultivierte Zurückhaltung.
18. Jahrhundert - Schönheit entlarven
Nachrichtenkorrespondenten des 18.Jhs. raten Frauen davon ab, „ihre Schönheit zu entlarven“. Sie schreiben, dass „ansonsten höfliche, vornehme Frauen wie gewöhnliche Prostituierte aussehen“.
18. Jahrhundert - Brüste nach oben
Gegen Ende des 18.Jhs. werden in Kontinentaleuropa die dekolleté-betonenden Korsetts immer dramatischer und drücken die Brüste nach oben.
1709 - Extremes Dekolleté
Der englische Dichter und Essayist Joseph Addison beklagt sich im Tatler über ein so extremes Dekolleté, dass „der Hals einer schönen Frau heutzutage fast die Hälfte des Körpers einnimmt“.
1713 - Ohne Dekolleté
Dekolletés sind nicht unumstritten. 1713 beklagt sich die britische Zeitung The Guardian darüber, dass Frauen meist auf Dekolletés verzichten und Hals und Brust unbedeckt lassen.
1714 bis 1837 - Georgianische Ära
Während der georgianischen Ära wurden Anhänger als Dekolletéschmuck beliebt.
1715 bis 1789 - Französische Aufklärung
Während der französischen Aufklärung gibt es eine Debatte darüber, ob die weibliche Brust lediglich ein sinnlicher Reiz oder ein natürliches Geschenk der Mutter an ihr Kind ist.
1785 - Dekolleté der Adélaïde Labille-Guiard
Nicht alle Frauen in Frankreich tragen das offene Dekolleté ohne Abwandlungen.
Das Selbstporträt der Adélaïde Labille-Guiard von 1785 zeigt die Malerin in einem modischen Dekolletékleid, während ihre Schülerinnen die Brüste mit hauchdünnen Tüchern schmücken.
1795 bis 1820 - Dekolletés der Tages- und Abendgarderobe
In der Mode von 1795 bis 1820 tragen viele Frauen Kleider, die Hals, Brust und Schultern entblößen. Der Umfang des Dekolletés wird zunehmend zu einem großen Unterschied zwischen Tages- und Abendgarderobe.
Nach 1799 - Französische Revolution
Nach der Französischen Revolution werden Dekolletés vorne weiter und hinten schmaler.
19./20. Jahrhundert - Enge Schnürung
Die enge Schnürung der im 19. und 20.Jh. getragenen Korsetts betont sowohl das Dekolleté als auch die Größe von Brust und Hüften. Abendkleider und Ballkleider werden speziell entworfen, um das Dekolleté zu zeigen und zu betonen.
Trotz der Beliebtheit von Dekolletékleidern ist die vollständige Entblößung der Brüste in Porträts auf zwei Gruppen von Frauen beschränkt: die Skandalösen (Mätressen und Prostituierte) und die Reinen (stillende Mütter und Königinnen).
19. Jahrhundert - Biedermeier
Biedermeierzeit bringt wieder mehr Schamhaftigkeit. Hohe Krägen sind modern. Eine bewusste Betonung des Dekolletés wird, ausser in der Abendmode, vermieden.
Ab 1801 - Spaltung (cleavage)
Der Begriff „Spaltung“ (cleavage) wird erstmals im frühen 19.Jh. in der Geologie und Mineralogie verwendet und bezeichnet die Tendenz von Kristallen, Mineralien und Gesteinen, entlang bestimmter Ebenen zu spalten.
Mitte des 19.Jhs. wird damit allgemein die Spaltung entlang einer Trennlinie in zwei oder mehr Teile bezeichnet.
1837 bis 1901 - Viktorianische Epoche
Während der viktorianischen Epoche Mitte bis Ende des 19.Jhs. ist es gesellschaftlich üblich, dass Frauen ihre Brüste in der Öffentlichkeit bedecken.
Hohe Kragen sind im Alltag die Norm. Gegen Ende dieser Epoche kommt der volle Kragen in Mode, obwohl bei formellen Anlässen auch einige Dekolletékleider getragen werden.
1837 bis 1901 - Bertha-Ausschnitt
Während der viktorianischen Epoche wird der Bertha-Ausschnitt, der unterhalb der Schultern liegt und oft mit 7,6 bis 15,2 cm Spitze oder anderem dekorativen Material besetzt ist, bei Frauen der oberen und mittleren Schicht beliebt, doch für Frauen der Arbeiterschicht ist es gesellschaftlich nicht akzeptabel, so viel Haut zu zeigen.
Um das Dekolleté zu bedecken, werden mehrere Perlenketten getragen.
Zusammen mit dem Bertha-Ausschnitt werden Träger von Korsetts entfernt und Schals werden unverzichtbar.
Ab 1849 - Halsketten
Aufwendige Halsketten schmücken ab 1849 das Dekolleté bei Partys und Bällen.
Es gab auch einen Trend, leibchenartige Kleidung und Korsetts aus Fischbein zu tragen, die der Trägerin eine Brust ohne Teilung oder Dekolleté geben.
1855 - Von Dekolletékleidern angewidert
Ein Mann aus der Provinz, der 1855 einen Hofball in den Tuilerien in Paris besucht, ist von den Dekolletékleidern angewidert und sagt: „So etwas habe ich seit meiner Entwöhnung nicht mehr gesehen!“
1863 - Ohne Dekolleté
John Dudgeon, ein schottischer Missionar in China im späten 19.Jh., schätzt die chinesische Mode ohne Dekolleté als Schutz für „Bauch und Brust“.
1870er bis 1890er - Gilded Age
In Nordamerika schmücken Frauen im Gilded Age ihr Dekolleté mit an der Kleidung befestigten Blumen und sorgfältig platziertem Schmuck.
1871 bis 1914 - Belle Époque
In Frankreich zeigen Fotografien aus der Belle Époque oft chinesische Fächer, um die Aufmerksamkeit auf das entblößte Dekolleté zu lenken.
1876 - Dekolleté der Madame Henriot
Das Dekolleté der Madame Henriot wirkt sanft und natürlich. Der weiche, runde Ausschnitt betont die Brustpartie dezent, ohne aufdringlich zu sein. Renoir modelliert Haut und Stoff mit Licht und Farbe, sodass beides ineinanderfließt. Kein Detail ist hervorgehoben, alles wirkt stimmig und würdevoll. Das Dekolleté erscheint als Teil einer harmonischen, selbstbewussten Erscheinung – offen, aber nicht entblößend, sinnlich, aber nie bloßgestellt.
Ab 1880 - Geteiltes Korsett
Im späten 19.Jh. beginnen Modedesigner mit Alternativen zu experimentieren und teilen das Korsett in mehrere Teile: eine gürtelartige Haltevorrichtung für den Unterkörper und Vorrichtungen, die die Brüste von der Schulter bis zum Oberkörper halten.
1884 - Dekolleté der Virginie Amélie Avegno Gautreau
Portrait of Madame X , ein 1884 gemaltes Bild der in Amerika geborenen Pariser Prominenten Virginie Amélie Avegno Gautreau von John Singer Sargent, wird heftig kritisiert, weil es die Frau in einem eleganten schwarzen Kleid mit skandalösem Dekolleté darstellt und ihr rechter Träger von der Schulter gerutscht ist.
Die Kontroverse ist so groß, dass Sargent das Gemälde überarbeitet und den Träger von ihrem Oberarm auf ihre Schulter verlegt.
1890 - Erste Brustvergrößerung
1890 wird die erste Brustvergrößerung mithilfe einer Injektion von flüssigem Paraffin durchgeführt.
1900 bis 1913 - Dekolleté der Lina Cavalieri
Die italienische Sopranistin Lina Cavalieri ist sowohl für ihr Dekolleté als auch für ihr Talent bekannt. Im Film „Die schönste Frau der Welt“ wird sie von Gina Lollobrigida porträtiert, die sich einen „Dekolleté-Krieg“ mit ihrer Erzrivalin Sophia Loren liefert.
1901 bis 1914 - Edwardianische Ära
In der Edwardianischen Ära ist ein extrem hochgezogener Ausschnitt ohne jeglichen Anflug von Dekolleté ebenso üblich wie der ebenfalls beliebte Bogenschnitt.
Ab 1904 - Ausschnitt über dem Dekolleté
Ab 1904 werden die Ausschnitte der Abendgarderobe tiefer gelegt und entblößen die Schultern. Manchmal sind sie auch ohne Träger, aber der Ausschnitt endet noch immer über dem Dekolleté.
1908 - Gummipolster
1908 wird an der Innenseite des Mieders ein einzelnes Gummipolster oder eine „Büstenform“ getragen, um das Dekolleté praktisch unsichtbar zu machen.
Ab 1913 - V-förmiger Ausschnitt
Geistliche auf der ganzen Welt sind schockiert, als um 1913 Kleider mit dezenten runden oder V-förmigen Ausschnitten in Mode kommen.
Im Deutschen Kaiserreich veröffentlichen die römisch-katholischen Bischöfe einen Hirtenbrief, in dem sie die neue Mode angreifen.
1914 - Dekolleté-Kleidung abgelöst
In Neuseeland wird das erste Aufkommen von Dekolleté-Kleidung im Jahr 1914 bald von der „flachen“ Mode abgelöst.
1914 - Rückenfreier BH
Frustriert vom Fischbeinkorsett entwirft die New Yorker Prominente Mary Phelps Jacob, besser bekannt als Caresse Crosby, den ersten BH aus zwei Taschentüchern und etwas Band, um ihr Dekolleté zu betonen.
1914 lässt Jacob das Kleidungsstück als „rückenfreien BH“ patentieren und nachdem sie einige hundert Stücke hergestellt hat, verkauft sie das Patent für 1.500 US-Dollar an die Warner Brothers Corset Company.
Ab 1914 - BH-Industrie
Warner Brothers verdienen mehr als 15 Millionen US-Dollar mit Jacobs Entwurf.
Im Laufe des 20.Jh. erlebt die BH-Industrie viele Höhen und Tiefen, oft beeinflusst durch die Nachfrage nach Dekolletés.
Ab 1917 - Keine Korsetts
Korsetts kommen ab 1917 aus der Mode, als Metall für die Herstellung von Panzern und Munition für den Ersten Weltkrieg benötigt wird und aufgrund der Mode für jungenhafte Figuren.
1920er bis 1960er - Qipao
In der Republik China wird im frühen 20.Jh. Qipao, ein Kleid, das die Beine zeigt, aber kein Dekolleté, so beliebt, dass viele Chinesinnen es als ihre Nationaltracht betrachten.
1920er bis 1940er - Umgang mit Korsetts
Von den 1920er bis in die 1940er Jahre versuchen Korsetthersteller ständig, jungen Frauen den Umgang mit Korsetts beizubringen. Allerdings wird die Mode in Bezug auf das Dekolleté zurückhaltender, während das Zeigen der Beine während des Ersten Weltkriegs in westlichen Gesellschaften akzeptierter wird und fast ein halbes Jahrhundert lang so bleibt.
Ab 1920er - Heavage
Männliches Dekolleté, auch bekannt als „Heavage“, ein Ergebnis von tiefen Ausschnitten oder aufgeknöpften Hemden, ist seit den 1920er ein Filmtrend.
Douglas Fairbanks enthüllt seine Brust in Filmen wie Der Dieb von Bagdad (1924) und Die eiserne Maske (1929), und Errol Flynn zeigte sein männliches Dekolleté in Filmen wie Die Abenteuer des Robin Hood (1938).
1920er - Flapper-Generation
Die Flapper-Generation der 1920er flacht ihre Brust ab, um den modischen „Junge-Mädchen“-Look anzunehmen, indem sie ihre Brüste entweder bandagiert oder Brustformer verwendet.
Die Unterdrückung der Brust ist in der westlichen Welt so weit verbreitet, dass die US-amerikanische Ärztin Lillian Farrar „jungfräuliche, atrophische, prolabierte Brüste“ auf die Modezwänge der Zeit zurückführt.
1920 - Eigenfett
1920 wird Paraffin zur Brustvergrößerung durch Fettgewebe aus Bauch und Gesäß ersetzt.
1927 bis 1949 - Chinesische Kommunistische Revolution
Im China der Nachrevolution wird der Zhongshan Zhuang (Mao-Anzug) zur vorgeschriebenen Kleidung für Männer und Frauen, da er die Brüste vollständig verbirgt.
1930er - Weltwirtschaftskrise
Mit der Rückkehr zu weiblicheren Figuren in den 1930er bleibt die Nachfrage nach Korsetts selbst auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise stark.
Die Entwicklung des Bügel-BHs beginnt in den 1930er. Er erfreut sich jedoch erst in den 1950er großer Beliebtheit, als Metall nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für den Hausgebrauch freigegeben wird.
1934 bis 1968 - Motion Picture Production Code
Unter dem Motion Picture Production Code, der in den USA zwischen 1934 und 1968 in Kraft ist, ist die Darstellung eines übermäßigen Dekolletés nicht gestattet.
Viele Schauspielerinnen widersetzen sich diesen Standards; andere Berühmtheiten, Künstler und Models tun es ihnen gleich, und die Öffentlichkeit folgt ihrem Beispiel.
Tief ausgeschnittene Dekolletés werden üblich.
1940er - Getrennte und angehobe Brüste
In den 1940er sorgt eine beträchtliche Menge Stoff in der Mitte von Büstenhaltern dafür, dass die Brüste getrennt werden, anstatt ein zusammengeschobenes Dekolleté zu erzeugen.
Christian Dior führt einen „neuen Look“ ein, der elastische Korsetts, Polster und formende Hüfthalter umfasst, um die Hüften zu verbreitern, die Taille zu betonen und die Brüste anzuheben.
1940er - Cleavage (Ausschnitt, Dekolleté)
In den 1940er verwendet Joseph Breen, Leiter der US Production Code Administration (PCA), den Begriff "cleavage" für Brüste in Bezug auf die Kostüme und Posen der Schauspielerin Jane Russell in dem Film „Der Gesetzlose“ von 1941, sowie bei der Bewertung der britischen Filme „Die böse Lady “ (1945) mit Margaret Lockwood und Patricia Roc, „Bedelia“ (1946), ebenfalls mit Lockwood, und „Pink String and Sealing Wax“ (1945) mit Googie Withers.
Das Wort "cleavage" setzt sich aus dem Wurzelverb "cleave" (spalten) und der Endung age ("der Zustand von" oder "die Handlung von") zusammen.
1940er - Dekolleté der Margaret Lockwood
Margaret Lockwood wird in den 1940er zu einem der größten Stars des britischen Films, weil das Publikum von ihrem Dekolleté schockiert ist.
1940er - Dekolleté der Faye Emerson
In den 1940er wird als Hommage an die amerikanische Schauspielerin Faye Emerson ein Club namens „Faye Emerson Plunging Neckline Club of Brooklyn“ gegründet.
1943 - Dekolleté der Jane Russell
Die Überbetonung von Russells Dekolleté durch den Piloten und Filmemacher Howard Hughes veranlasst 1943 die MPAA, gegen den Film vorzugehen und den Begriff „Dekolleté“ im Zusammenhang mit Brüsten zu verwenden. Hughes und Russell gelten als Pioniere des übertriebenen Dekolletés im Film.
Für den Film entwirft Hughes einen Prototyp eines Bügel-BHs, der Russell ein 13,2 cm langes Dekolleté verleiht.
Entgegen vieler Medienberichte wirft Russell den BH weg: "... das „lächerliche“ Ding tut ihr so weh, dass sie es nur wenige Minuten lang trägt und stattdessen ihren eigenen BH anzieht. Um zu verhindern, dass Hughes es bemerkt, polstert Russell die Körbchen mit Papiertaschentüchern aus und zieht die Träger fest, bevor sie zum Set zurückkehrt."
Der berühmte BH landet in einem Hollywood-Museum – ein falsches Zeugnis für den Push-up-Mythos.
Nach 1945 - Bestimmendes Emblem
In der Nachkriegszeit wird das Dekolleté zu einem bestimmenden Emblem.
1946 - Time-Artikel „Cleavage & the Code“
Die Verwendung des Begriffs "cleavage" wird erstmals in einem Time-Artikel mit dem Titel „Cleavage & the Code“ von 1946 behandelt, und zwar als „Handelsbegriff des Johnston Office (der damals populäre Name des Büros der Motion Picture Association of America (MPAA)) für "die schattige Vertiefung, die den Busen einer Schauspielerin in zwei unterschiedliche Abschnitte teilt.“
1947 - Gepolstert BH
1947 entwirft Frederick Mellinger von Frederick's of Hollywood den ersten gepolsterten Büstenhalter.
1948 - Push-up-BH
1948 kommt eine frühe Push-up-Version mit dem Namen „The Rising Star“ auf den Markt.
1948 - Dekolletékleider
Dekolletékleider werden im Palästina erst nach der Gründung des Staates Israel gesichtet.
1950er - Verkörperung der erogenen Zonen
Schriftsteller Peter Lewis: „Die Büste, der Busen oder das Dekolleté sind in den 1950er die Verkörperung der erogenen Zonen. Die Brüste sind der Augapfel aller.“
1950er - Üppiges Dekolleté
Skizzen, Illustrationen und Kurzgeschichten in Reader's Digest und Saturday Evening Post zeigen Frauen mit schmaler Taille, großem Hintern und üppigem Dekolleté.
In diesem Jahrzehnt bewirbt Hollywood und die Modeindustrie große, gespaltene Oberweiten und falsche Brüste.
1950er - Halbschalen-BH und Polyvinylbeutel
Die Büstenhalterindustrie beginnt mit Halbschalen-BHs (Demi-Cup- oder Shelf-BH) zu experimentieren, um das Dekolleté hervorzuheben.
Polyvinylbeutel sind oft das bevorzugte Implantat, um die Brüste zu vergrößern und ihnen ein volleres, prägnanteres Aussehen zu verleihen.
1950er - Brustwahnsinns
Die offene Zurschaustellung von Dekolletés ist meist auf gut bestückte Schauspielerinnen beschränkt, wie Lana Turner, Marilyn Monroe, Rita Hayworth, Jane Russell , Brigitte Bardot, Jayne Mansfield und Sophia Loren.
Sie werden für ihr Dekolletés ebenso gefeiert, wie für ihre Schönheit.
Der Dessoushersteller Berlei bringt den BH „Hollywood Maxwell“ auf den Markt und behauptet, er sei ein „Favorit der Filmstars“.
1950er - Pullover
Während Filmstars das Aussehen der weiblichen Oberweite stark beeinflussen, sind die Pullover der 1950er für viele Frauen ein sichererer Ersatz.
1950er - Nackte Schultern
Einer amerikanischen Stadtfrau zufolge sind in den 1950er „unsere Schultern nachts nackt und unsere Brüste halb entblößt“.
1950er - Halsketten und Tüll
Auffällige Halsketten, die das Dekolleté betonen, werden in Frankreich bei Bällen und Partys populär.
In den USA versuchen Fernsehsendungen, das entblößte Dekolleté mit Tüll zu verdecken.
1950 bis 1953 - Koreakrieg
Die Bollywood -Schauspielerin Begum Para ist 1951 die erste indische Schauspielerin in der Sendung Life. Durch die Fotostrecke von James Burke wird sie zum ersten „ Pin-up-Girl “ der indischen Filmindustrie. Ihre Fotos sind auch bei den US-Soldaten im Koreakrieg beliebt.
1953 - Busen-Peepshow-Effekt
Im Jahr 1953 wird der Hollywood-Film "The French Line" als anstößig befunden, da Jane Russells „Brustfotos in der Badewanne, ihr Dekolleté und ihre Brüste freigelegt“ sind, und einige ihrer Dekolleté-Kleider „absichtlich entworfen sind, um einen Busen-Peepshow-Effekt zu erzeugen, der sogar über ein extremes Dekolleté hinausgeht.“
1960er - Brustvergrößerung mit Silikon-Gel
Thomas Cronin und Frank Gerow entwickeln gemeinsam mit der Dow Corning Corporation die erste mit Silikongel gefüllte Brustprothese. Im darauf folgenden Jahr findet die erste Implantation statt.
1960er - Diät für einen Schlanken Unterkörper
In den späten 1960er verlagert sich die Aufmerksamkeit von der großen Oberweite auf den schlanken Unterkörper, was die Notwendigkeit einer Diät erneut unterstreicht, insbesondere da die neue Mode – knapp, durchsichtig und eng anliegend – den übermäßigen Einsatz von Miederwäsche verhindert.
Die Beine werden als Schönheitselement vergleichsweise weniger betont.
1960er - BH-Verbrennungsbewegung
In den 1960er entsteht, angetrieben vom Feminismus der zweiten Welle, liberaler Politik und der Bewegung für freie Liebe, eine BH-Verbrennungsbewegung, um – neben verschiedenen patriarchalischen Imperativen – gegen konstruierte Dekolletés und disziplinierte Brüste zu protestieren.
1960er - BH-loser Look und weiche BHs
Der zunehmend legere Stil der 1960er führt zu einem BH-losen Look, als Frauen, die nicht auf BHs verzichten wollen, auf weiche BHs umsteigen, die nicht anheben und „so leicht und diskret wie möglich“ sind, aber trotzdem Halt bieten.
1960 - Dekolleté der Gina Lollobrigida
Gina Lollobrigida sorgt 1960 mit einem tief ausgeschnittenen Kleid für Aufsehen.
Ab 1963 - Aggresives Dekolleté und Plunge-BH
Im Herbst 1963 und Frühjahr 1964 sind tiefe Ausschnitte die dominierenden Modetrends im Westen, während das Kinopublikum von Filmen wie Tom Jones mit den „aggressiven Dekolletés“ bezaubert ist.
Hersteller von Dessous und Shapewear wie Warner Brothers, Gossard , Formfit und Bali nutzen die Gelegenheit und bringen Plunge-BHs mit einem niedrigeren Steg auf den Markt , der für tief ausgeschnittene Modelle geeignet ist.
Im Alltag werden tief ausgeschnittene Kleiderstile üblich, sogar in der Freizeit.
1970er - Brustmuskeln und Dekolleté
In den frühen 1970er wird es üblich, die oberen Knöpfe von Hemden und Blusen offen zu lassen, um Brustmuskeln und Dekolleté zu zeigen.
Mutige Frauen und Männer jeden Alters tragen maßgeschneiderte, zugeknöpfte Hemden, die in einem „ groovigen “ Stil von der Brustspitze bis zum Nabel offen sind, mit Anhängern, Perlen oder Medaillons, die auf der Brust baumeln und einen durch Training geformten, straffen Körper zur Schau stellen.
Das wichtigste Kleidungsstück in der Garderobe einer Frau in den 1970er sind ein maßgeschneiderter Blazer und ein Hemd, da Frauen weiterhin traditionell männliche Kleidung für ihren eigenen Stil übernahmen.
1970er - Unisex-Stile
In den 1970er knöpfen immer mehr Männer ihre Hemden auf, da sowohl Männer als auch Frauen eine antimodische Einstellung zur Kleidung und den Aufstieg der Freizeitkleidung verfolgen und bequeme Unisex-Stile annehmen.
1970er - Schwule Männer
Als sich ein neuer maskuliner Stil entwickelt, übernehmen schwule Männer einen traditionell maskulinen oder Arbeiterklassenstil mit „halb aufgeknöpftem Hemd über der verschwitzten Brust“ und engen Jeans und lehnen die Vorstellung ab, dass männliche Homosexuelle weiblich sein wollen.
1980er - Tiefe Dekolletés
In den 1980er werden tiefe Dekolletés immer üblicher und weniger gewagt, da Workouts und maskuline Blazer mit Schulterpolstern immer beliebter werden.
1985 - Rückkehr des Korsetts
1985 führt die Designerin Vivienne Westwood das Korsett als trendige Möglichkeit, das Dekolleté zu betonen, wieder ein. Bald darauf führt Westwood eine Variante mit elastischen Seiten ein, die als Balkonett dient, um das Dekolleté nach oben zu drücken.
1990er - Victoria's Secret
Die hypersexualisierten Stile von Victoria's Secret werden in den 1990er zum „Zeitgeist“.
Bis 2013 hat Victoria's Secret ein Drittel des US-Marktes für Damenunterwäsche erobert.
Der Webcast der Victoria's Secret Show wird zu einem der größten Events im Internet.
1990er - BH für asiatische Frauen
Anfang der 1990er bringt die Sara Lee Corporation zusammen mit dem britischen Dessoushersteller Gossard einen BH für asiatische Frauen auf den Markt, die laut Sara Lee „weniger draller und schmalere Schultern“ haben.
1990er - Bollywood-Dekolletè
Im Indien des späten 20.Jhs. werden Dekolletés zu einem zentralen Anziehungspunkt in Bollywood -Filmen.
1990er - Hollywood Extreme Cleavage Bra
Dessoushersteller Frederick's of Hollywood führt ein Design namens Hollywood Extreme Cleavage Bra ein, das den Eindruck eines runden Dekolletés wie vergrößerter Brüste erweckt und durch Stars wie Pamela Anderson populär gemacht wird.
1994 - Wonderbra der Eva Herzigova
Die Marke Wonderbra, die es anderswo bereits gibt, betritt 1994 den US-Markt mit einem neu designten, das Dekolleté betonenden BH.
Angetrieben von einer umstrittenen Werbekampagne, in der das Dekolleté des Models Eva Herzigova im Mittelpunkt steht, wird kurz nach der Einführung der Marke alle 15 Sekunden ein Wonderbra verkauft, was im ersten Jahr zu einem Umsatz von 120 Millionen US-Dollar führt.
In ihrer Blütezeit sponsert Wonderbra jedes Jahr einen National Cleavage Day in Südafrika.
1999 - Triumph der Dekolleté-Kultur
Das amerikanische Männermagazin Esquire veröffentlicht 1999 eine viel kritisierte Titelgeschichte mit dem Titel „Triumph der Dekolleté-Kultur“.
2000er - Bügel-BH
Bügel-BHs, die beliebteste Unterwäsche für ein breiteres Dekolleté, machen im Jahr 2000 60% des britischen BH-Marktes aus und 70% im Jahr 2005.
Etwa 70% aller Frauen, die BHs tragen, tragen im Jahr 2009 einen Bügel-BH aus Stahl.
Ab 2003 - Das neue Dekolleté
Ab 2003 werden „Sideboobs" – die Entblößung der Seite der Brust – populär; sie werden auch das "neue Dekolleté" genannt.
Um 2000 - Mehr Gesäß
Um die Wende zum 21.Jh. verlagert sich die Aufmerksamkeit, die Dekolleté und Brüsten gewidmet wird, insbesondere in den Medien, teilweise auf das Gesäß, während Korsetts wieder in den Mainstream zurückkehrt.
Ab 2001 - Fotografiergeräusche
In Japan kann man seit 2001 das Fotografiergeräusch von Mobiltelefonen nicht mehr ausschalten. Dieser Standard, der nicht auf einer gesetzlichen Vorschrift beruht, sondern auf einer Übereinkunft von japanischen Telekommunikationsanbietern und Telefonherstellern, soll das heimliche Fotografieren erschweren.
2006 - Upskirting/Downblousing
Im Buch "Sex Crimes Investigations" aus dem Jahr 2006 wird die Eigenschaft des Verbotenen als ein Reiz der Genre Upskirting und Downblousing beschrieben: sie sind „wie Fenster zum Spannen“.
2006 - Schmale Taille und riesige Brüste
Die britische Schauspielerin Keira Knightley, deren Brüste für die US-Versionen der Poster zu „Fluch der Karibik 3 – Die Truhe des Todes“ und „King Arthur“ digital vergrößert werden , sagt, dass Frauen in den USA „eigentlich nicht auf das Cover eines Magazins dürfen, wenn sie nicht mindestens Körbchengröße C haben, weil das die Leute abstößt.“
2008 - Underboobs
Im Jahr 2008 schrieb Armand Limnander in der New York Times:
„Underboob", auch bekannt als "Bottom Clevage" oder "Reverse Clevage", ist "eine neu fetischisierte anatomische Zone, wo der untere Teil der Brust auf den Rumpf trifft, populär gemacht durch die Rockgirls der 1980er in abgeschnittenen Tanktops".
2009 - Smart Memory Bra
Im Jahr 2009 bringt der slowenische Dessoushersteller Lisca einen Hightech-„Smart Memory Bra“ auf den Markt, der die Brüste bei sexueller Erregung der Trägerin weiter nach oben drückt.
2010er bis 2020er - Bralettes, Soft-BHs und ohne BH
In den 2010er und frühen 2020er, insbesondere während der COVID-19-Lockdowns , beginnt die Beliebtheit von Dekolleté-BHs zu sinken.
Bralettes und Soft-BHs gewinnen Marktanteile auf Kosten von Bügel- und gepolsterten BHs, die manchmal auch als Oberbekleidung dienen.
Einige Bralettes haben ein tiefes Design, eine leichte Polsterung oder eine Po-Unterstützung.
Viele Frauen kleiden sich ohne BH, was zu einem weniger dramatischen Dekolleté führt, das auch als „stilles Dekolleté“ bezeichnet wird. Es geht eher um den athletischen Körper, Gesundheit und Wohlbefinden als um den männlichen Blick.
2010er bis 2020er - Cleavage Shaming
Trotz seiner langen Geschichte ist das Zeigen von Dekolletés immer noch umstritten.
„Cleavage Shaming“ ist in den Nachrichten und sozialen Medien an der Tagesordnung. Frauen werden wegen des Tragens von dekolletierten Outfits getrollt und an den Pranger gestellt.
Schülerinnen in den USA, insbesondere nicht-weiße Schülerinnen, werden der Schule verwiesen und von der Schule verbannt sowie bestraft, weil sie Kleider tragen, die Dekolleté und Beine enthüllen.
Die Organisatoren der ChinaJoy, der größten Messe für Spiele und digitale Unterhaltung in China, verhängen Geldstrafen von 800 US-Dollar gegen Frauen, die "mehr als zwei Zentimeter Dekolleté" zeigen.
Sideboob- und Underboob-Fotos werden in den USA nach einer Kundgebung von Free the Nipple verboten.
In Thailand werden Selfies mit Underboob-Fotos verboten und mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft.
Die Videospiel-Streaming-Plattform Twitch verbietet 2020 Underboob-Fotos und schreibt ein zulässiges Maß an Dekolleté vor.
2010er - Korsett-Revival
Korsetts erleben in den 2010er ein Revival; dieser Trend wird durch Fotos in den sozialen Medien vorangetrieben. Das Korsett verschwindet nicht so sehr, als dass es durch Diät, Sport und plastische Chirurgie wieder verinnerlicht wird.
2010er - Modisches Statement und Opfer sexueller Gewalt
In den 2010er werden dekolletierte Kleidungen in Indien von Männern und Frauen als modisches Statement gesehen und nicht mehr, wie früher, als Zeichen der Verzweiflung.
Gleichzeitig verliert das Dekolleté auf der Leinwand an Attraktivität, da tief ausgeschnittene Kleidung immer alltäglicher wird.
Sowohl Männer als auch indische Frauen glauben, dass Frauen, die tief ausgeschnittene, filmähnliche Kleidung tragen, eher Opfer sexueller Gewalt werden.
2012 - Dekolleté-Königin
Die Hollywood- Schauspielerin Marilyn Monroe sagte einmal: „Das Problem mit der Zensur ist, dass sie sich Sorgen macht, wenn ein Mädchen ein Dekolleté hat. Sie sollten sich Sorgen machen, wenn sie keins hat.“
2012, 50 Jahre nach ihrem Tod, wird sie zur Dekolleté-Königin gewählt.
2018 - Dekolleté der Alia Bhatt bei den GQ Style Awards
Alia Bhatts Dekolleté zeigt sich in einem tiefen V-Ausschnitt, der elegant bis zur Körpermitte reicht. Der zarte, rosafarbene Stoff fällt weich und betont die klare Linie ihres Oberkörpers. Trotz der Offenheit wirkt der Look stilvoll und selbstbewusst. Die Präsentation ist modisch gewagt, aber nicht übertrieben – ein Ausdruck moderner Weiblichkeit, bei dem Haltung und Ausstrahlung im Mittelpunkt stehen.
Bis 2020 - Sexuelle Belästigung durch Berührung
Bis 31. Dezember 2020 ist Upskirting bzw. Downblousing nicht explizit Gegenstand des Strafgesetzbuchs. Die „sexuelle Belästigung“ (§ 184i StGB) erfordert eine Berührung, die beim Fotografieren nicht gegeben ist.
Bei einer „Herabsetzung der Person“, z.B. abfälligen Bemerkungen des Fotografen, kommt der Straftatbestand der Beleidigung in Betracht.
Außerdem ist bei Aufnahmen in Wohnungen oder gegen Einblick besonders geschützten Räumen (z.B. Umkleidekabine) eine Strafbarkeit wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen (§ 201a StGB) denkbar.
Eine Verbreitung (Weitergabe) oder Veröffentlichung der Upskirt- bzw. Downblouse-Fotos ohne Einwilligung der fotografierten Person ist wegen Verstoßes gegen das Recht am eigenen Bild nach § 33 Kunsturhebergesetz strafbar.
Die ohne Zustimmung der abgebildeten Person verbreiteten oder öffentlich zur Schau gestellten Bildnisse und die zu ihrer Vervielfältigung bestimmten Vorrichtungen unterliegen nach § 37 Kunsturhebergesetz der Vernichtung.
2020 - COVID-19-Lockdown
Während der COVID-19-Lockdowns kommt es zu einem Rückgang der BH-Verkäufe um 12 % bei 100 Einzelhändlern, während YouTuber Tutorials zur Umfunktionierung von BHs als Gesichtsmasken erstellen; dieser Trend wird auch als „Lockdown-Befreiung“ bezeichnet.
Ab 2021 - Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen
Upskirting oder Downblousing wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen, § 184k Strafgesetzbuch).[Gemäß § 184k Absatz 4 können die Bildträger und Bildaufnahmegeräte eingezogen werden.
Sowohl das unbefugte Erstellen von Fotografien des Intimbereichs einer anderen Person als auch die Verbreitung der Bildaufnahmen kann nun als Straftat geahndet werden.
Außerdem kommen Schadensersatzansprüche, insbesondere Schmerzensgeld, nach § 253 und § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 184k StGB (bis 31. Dezember 2020 wegen Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG) in Betracht.
2023 - Ausdruck von Stil, Erotik oder Ironie
Das Dekolleté ist kein Muss mehr – aber ein möglicher Ausdruck von Stil, Erotik oder Ironie.
Nicht jede Schönheit ist für uns bestimmt. Nicht jeder Reiz ist ein Ruf.
Freiheit bedeutet: Frauen dürfen sich zeigen – und zwar ohne Angst, ohne Bewertung, ohne Begehren, das zur Last wird.
Denn sie sind nicht für uns da. Sie sind da – für sich.
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Bis ca. 10.000 v. Chr. - Altsteinzeit
Menschen tragen Tierfelle, Umhänge, manchmal Gürtel oder Bänder. Frauen erscheinen auf Höhlenzeichnungen oder Statuetten (z.B. Venus von Willendorf) nackt, mit betonter Brust. Nacktheit ist gesellschaftlich akzeptiert - zumindest im Oberkörperbereich.
10.000 bis 3.000 v. Chr. - Jungsteinzeit
Textilien aus Flachs oder Wolle entstehen. Es gibt Hinweise auf einfache Tuniken, Wickelkleider, Schurzelemente und Gürtel – doch keine gezielte Formung oder Bedeckung der Brüste und ohne bewusste Betonung des Dekolletés. Kleidung ist meist einteilig und lose.
2.600 v. Chr. - Dekolleté der Prinzessin Nofret
Im Jahr 2.600 v.Chr. wird Prinzessin Nofret aus der vierten Dynastie Ägyptens in einem Kleid mit tiefem V-Ausschnitt dargestellt, der ein üppiges Dekolleté freigibt, das durch eine kunstvolle Halskette und deutlich hervortretende Brustwarzen noch betont wird.
2.500 v. Chr. - Frühbronzezeit
In Mesopotamien und Ägypten tragen Frauen oft ärmel- und trägerlose Gewänder, die über die Brust reichen und ohne bewusste Betonung des Dekolletés sind. Diese gelten eher als Ganzkörperkleidung.
Vor 2.500 v. Chr. - Oben ohne
Vor 2.500 v. Chr. tragen Frauen entweder gar nichts am Oberkörper oder verhüllen ihn indirekt durch lose, einteilige Kleidung. Die Brust wird dabei nicht gezielt bedeckt, geformt und ohne bewusste Betonung des Dekolletés.
Ab 2.500 v. Chr. - Brüste bedecken
Die Vorstellung, die Brust müsse gestützt oder verdeckt werden, ist eine kulturelle Entwicklung ab 2.500 v.Chr. und stark abhängig von Klima, Moralvorstellungen und sozialer Struktur, z.B. bedecken und stützen minoische Frauen auf Kreta ihre Brüste ab 2.500 v. Chr.
2. Jahrtausend v. Chr. - Minoische Kultur
In der antiken minoischen Kultur tragen Frauen Oberteile, die so arrangiert werden können, dass sie ihre Brüste vollständig bedecken oder freigeben, und Mieder, die ihr Dekolleté betonen.
1.600 v. Chr. - Schlangengöttinnenfiguren
Im Jahr 1600 v.Chr. werden in Minos Schlangengöttinnenfiguren mit offenen Kleidern geschaffen, die die gesamte Brust enthüllen.
Zu dieser Zeit tragen kretische Frauen in Knossos bereits ornamentierte, eng anliegende Mieder mit offenem Dekolleté oder Korsetts mit freier Brust.
Ab 8. Jahrhundert v. Chr. - Kathem
Frauen in der griechischen und römischen Zivilisation tragen Chitons und Stolas – lockere Gewänder, oft mit offenem Halsausschnitt, aber ohne bewusste Betonung des Dekolletés.
Frauen schmücken ihr Dekolleté mit einer Kathem, eine langen Halskette mit Anhänger.
750 v. Chr. - Dekolleté der Göttin Hera
In der Ilias wird die griechische Göttin Hera beschrieben, die so etwas wie eine frühe Version eines Push-up-BHs trägt, der mit „ Broschen aus Gold“ und „hundert Quasten “ geschmückt ist, um ihr Dekolleté zu vergrößern und so Zeus vom Trojanischen Krieg abzuhalten.
3. Jahrhundert v. Chr. - Üppiges Dekolleté
Eine im 3. Jahrhundert v. Chr. in Südarabien gefundene Silbermünze zeigt eine dralle ausländische Herrscherin mit üppigem Dekolleté und aufwendiger Frisur.
2./5. Jahrhundert - Geburtsfehler
Nathan ha-Bavli (ca. 2. Jh.) und Aha bar Raba (ca. 5. Jh.) messen die angemessene Größe des Dekolletés mit „einer Handbreite zwischen den Brüsten einer Frau“. Dabei handelt es sich nicht um ein gezeigtes Dekolleté, sondern ein Dekolleté, das größer als eine Handbreite ist, gilt als Geburtsfehler.
160 - Dekolleté der Photis
In „Der goldene Esel“ von Lucius Apuleius wird Photis, eine wichtige weibliche Figur, mit ausgeprägtem Dekolleté und parfümierten Brustwarzen beschrieben.
200 - Konzept des Zniut
Tzniut umfasst eine Gruppe jüdischer Gesetze, die sich mit der Sittsamkeit in Kleidung und Verhalten befassen. Das Tzniut verbietet das Zeigen jeglichen Dekolletés.
7. bis 9. Jahrhundert - Dekolltiertes Ruqun-Gewand
Der Kleidungsstil der Tang-Dynastie (7. bis 9.Jh.) sind lange Kleider (Ruqun-Gewand) aus weichen Stoffen, die mit einem ausgeprägten Dekolleté und sehr weiten Ärmeln geschnitten sind, oder ein knielanges Dekolleté-Kleid, das über einem Rock getragen wird.
Die chinesische Kleidung aus dieser Zeit hat einen starken Einfluss auf den japanischen Kimono.
Die chinesische Fernsehserie „Die Kaiserin von China“ wird 2014 kurzzeitig aus dem Programm genommen, weil sie das üppige Dekolleté an den Höfen der Tang-Dynastie zeigt.
8. Jahrhundert - Ära der Unwissenheit
Der islamischen Exegese zufolge tragen Frauen in der vorislamischen Ära der Dschahiliyya (Unwissenheit) häufig Kleidung, die ihren Hals, ihre Schultern und den oberen Teil ihrer Brust entblößte, um die Aufmerksamkeit auf ihre Schönheit zu lenken.
Imru‘ al-Qais schreibt in Mu‘allaqat, einer Reihe von sieben Gedichten: „Die Öffnungen ihrer Westen sind weit über ihren zarten Brüsten“ und „ihre Brust so glatt und glänzend wie Spiegel“.
10. bis 16. Jahrhundert - Indische Dekolleté-Kleidung
Zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert wird die vorherrschende Dekolleté-Kleidung der Frauen im indischen Punjab , Gujarat und Rajasthan durch bedeckte Brüste und lange Schleier ersetzt, als die Region zunehmend unter ausländische Kontrolle gerät.
Während dieser Zeit werden aufwendige, opulente höfische Kleider mit weiten Dekolletés in den italienischen Seefahrerstaaten Venedig , Genua und Florenz populär.
1000 bis 1400 - Mittelalter
Brüste werden züchtig verdeckt; das Dekolleté spielt kaum eine Rolle. Kleidung betont eher Taille und Hüfte.
Bis 13. Jahrhundert - Kein sichtbares Dekolleté
Bis ins 13.Jh. ist ein sichtbares Dekolleté im christlichen Westen noch nicht akzeptabel.
14. bis 19. Jahrhundert - Statussymbol entblößte Brust
In ganz Europa ist ein tief ausgeschnittenes Dekolleté vom Spätmittelalter bis in die viktorianische Zeit oft ein Merkmal der Kleidung. Entblößte weibliche Beine, Knöchel und Schultern gelten als gewagter als entblößte Brüste.
Kleider, die den Hals und die Brust einer Frau freigeben, zeigen und betonen, sind weit verbreitet, allgemein akzeptiert und unumstritten. Besonders Ball- und Abendkleider haben ein tiefes, quadratisches Dekolleté.
In aristokratischen und oberschichtlichen Kreisen gilt das Zeigen der Brüste zeitweise als Statussymbol – ein Zeichen von Schönheit, Reichtum und sozialer Stellung, das an die antiken griechischen Aktskulpturen erinnert und die Kunst, Bildhauerei und Architektur dieser Zeit beeinflusst.
Ab 14. Jahrhundert - Brüste werden zur Schau gestellt
Beginnend in Frankreich zeichnet sich im 14.Jh. ein Wandel ab: Ausschnitte werden tiefer gelegt, Kleidung enger gefasst und Brüste zur Schau gestellt.
Nach 1353 - Schwarzer Tod
Nach dem Schwarzen Tod beginnen Frauen, sich in ihrer Kleidung freizügiger zu kleiden und die Aufmerksamkeit auch auf ihre Brüste zu lenken.
1370 - Höfliches Anstarren
Ein zeitgenössisches französisches Höflichkeitsbuch, La Clef d'Amors, von 1370 rät: „Wenn Sie eine schöne Brust und einen schönen Hals haben, bedecken Sie diese nicht, sondern Ihr Kleid sollte tief ausgeschnitten sein, damit jeder sie anstarren und bestaunen kann.“
1392 - Dekolletéschlitze und Brustbeutel
Der Dichter Eustache Deschamps empfiehlt „einen weit geöffneten Ausschnitt und ein enges Kleid mit Schlitzen, durch die Brüste und Hals besser sichtbar sind“.
Auch das Einnähen von zwei Beuteln in das Kleid, „in die die Brüste gequetscht werden, sodass die Brustwarzen nach oben ragen“, wird vorgeschlagen.
1400 - Lächeln der Oberweite
Der belgische Chronist Jean Froissart nennt um 1400 das Dekolleté das „Lächeln der Oberweite“.
Ab 1400 - Spätmittelalter und Renaissance
Tiefe, eckige Ausschnitte kommen auf. Das Dekolleté wird gesellschaftsfähig, besonders in höfischen Kreisen.
15. Jahrhundert - Dekolletékleider und Brustbewertungssystem
Dekolletékleider kommen im 15.Jh. auf. Frauen beginnen ihre Brüste zusammenzudrücken und Make-up aufzutragen, um ihr Dekolleté attraktiver zu gestalten.
In einem damals entwickelten Brustbewertungssystem erhalten Brüste die höchste Bewertung, wenn sie „klein, weiß, rund wie Äpfel, hart, fest und weit auseinander“ sind.
15. Jahrhundert - Tor zur Hölle
Die französische katholische Kirche versucht, das Zurschaustellen von Dekolletés zu unterbinden. Sie verbietet das Dekolleté, das sie als „Tor zur Hölle“ bezeichnet, und verlangt, dass die Öffnung an den Miedern der Frauen geschnürt sein müssen.
1422 bis 1461 - Hof-Dekolleté
Monarchen wie Karl VII. von Frankreich ignorieren die Kirche. An seinem Hof ist es üblich, dass Frauen Mieder tragen, durch die ihre Brüste, ihr Dekolleté und ihre Brustwarzen zu sehen sind.
1450 - Dekolleté der Agnès Sorel
Das Dekolleté von Agnès Sorel, der Mätresse von Karl VII., ist streng geometrisch, tief und quadratisch ausgeschnitten. Es legt die obere Brust frei, ohne sie sinnlich zu betonen. Der Schnitt folgt der höfischen Mode des 15.Jhs. und wirkt klar, fast architektonisch.
Ein senkrechter Besatz mit Edelsteinen zieht den Blick nach unten. Die helle, ebenmäßige Haut steht im Kontrast zum kräftigen Rot der Ärmel – dezent, aber selbstbewusst und stilprägend für ihre Zeit.
1487 - An ihren Eutern aufhängen
Der französische Priester Oliver Maillard sagt, Frauen, die ihre Brüste entblößen, werden „in der Hölle an ihren Eutern aufgehängt“.
16. bis 20. Jahrhundert - Mieder
Ein Mieder ist ein den Oberkörper eng umschließendes Kleidungsstück, das je nach Kontext das Oberteil eines Kleides (Taille), ein versteiftes Kleidoberteil oder ein Korsett bezeichnet. Es wird heute noch in Volkstrachten z.B. beim Dirndl und als Korsage getragen.
Sein Ursprung geht auf die Renaissance etwa Anfang des 16.Jhs. zurück.
Das Mieder bzw. Korsett formt die Silhouette der Frau in Europa bis ins frühe 20.Jh. Das Dekolleté wird unterschiedlich gestaltet.
16. und 17. Jahrhundert - Entblößte Brüste
In den europäischen Gesellschaften des 16.Jhs. ist Damenmode mit entblößten Brüsten klassenübergreifend üblich: Anne von der Bretagne wird in einem Kleid mit quadratischem Ausschnitt gemalt.
Tiefe, quadratische Dekolletés sind im England des 17.Jhs. beliebt: Königin Maria II. und Henrietta Maria, die Frau von Karl I. von England, werden mit weit entblößten Brüsten dargestellt. Der Architekt Inigo Jones entwirft für Henrietta Maria ein Maskenkostüm, das beide Brüste weit enthüllt.
Ab 16. Jahrhundert - Korsett
Ab dem 16.Jh. wird die Unterwäsche wohlhabender Frauen in der westlichen Welt vom Korsett dominiert, das die Brüste nach oben drückt.
16. Jahrhundert - Tief ausgeschnittene Inka-Kleider
Im 16.Jh., als die spanischen Konquistadoren das Inkareich kolonisieren, werden die traditionellen, tief ausgeschnittenen und farbenfrohen Inka-Kleider durch hochgeschlossene Kleider mit bedecktem Busen ersetzt.
1501 bis 1736 - Safawiden-Ära
In der Kunst der Safawiden-Ära stellt die Frau mit übertrieben ausgeschnittenen Dekolleté die europäische Frau dar.
1520 bis 1566 - Anständig entblößte Brüste im Entari
In der Türkei Mitte des 16.Jhs., während der Herrschaft von Süleyman dem Prächtigen über das Osmanische Reich, gestatten die Vorschriften zur Ehrbarkeit „anständigen“ Frauen, modische Kleider mit freiem Dekolleté zu tragen.
„Prostituierten“ wird dieses Privileg verwehrt, um zu verhindern, dass Sexarbeiterinnen auf ihren Lebensunterhalt aufmerksam machen.
Das Entari, ein beliebtes Kleidungsstück für Frauen, ähnelt den korsettierten Miedern Europas ohne Korsett: sein schmales Oberteil und sein schmaler, langer und tiefer Ausschnitt enthüllen ein großzügiges Dekolleté.
1526 bis 1857 - Cholis im Rajput-Stil
Mogulgemälde zeigen oft Frauen in halbtransparenten Cholis im Rajput-Stil, die nur den oberen Teil ihrer Brüste bedecken, Brustschmuck und außergewöhnlich gewagtem Dekolleté.
Im 16.Jh. beginnen Hindu-Frauen, ihre Eroberer nachzuahmen, indem sie ihre Schultern und Brüste bedecken.
1550 - Gambaz-Kleider
Mitte des 16.Jhs. werden Gambaz-Kleider mit freiem Dekolleté unter verheirateten Frauen im Levante akzeptiert, wo Brüste als Zeichen der Mutterschaft gelten.
Ab 1550 - Dekolletébetonende Korsetts
Dekolletébetonende Korsetts, bei denen Fischbein und andere steife Materialien verwendet werden, um eine gewünschte Silhouette zu erzeugen – eine Mode, die auch von Männern für ihre Mäntel übernommen wird – werden Mitte des 16.Jhs. eingeführt.
1558 bis 1603 - Elisabethanische Ära
Während des extremen Dekolletés der elisabethanischen Ära werden Ausschnitte oft mit Rüschen und Perlenketten verziert und manchmal mit Falten und Plättchen, in Italien „ tasselo“ und in Frankreich „la modiste“ genannt, bedeckt.
Die Korsetts der späten elisabethanischen Ära mit ihrer starren, einengenden Vorderseite formen aus der Figur einer Frau eine flache, zylindrische Silhouette mit tiefem Dekolleté.
17. Jahrhundert - Dekolleté im Barock
Das Dekolleté ist eng mit der Geschichte weiblicher Brustbekleidung verbunden. Während der BH eine funktionale Rolle spielt (Stütze, Form, Schutz), erfüllt das Dekolleté eine ästhetisch-soziale Funktion: Es betont oder verbirgt den oberen Brustbereich und signalisiert Weiblichkeit, Schönheit, Erotik oder gesellschaftlichen Status.
Das Dekolleté ist ein Spiegel gesellschaftlicher Normen: In manchen Epochen gilt es als reizvoll und erwünscht, in anderen als anstößig oder verboten. Diese Schwankungen erzählen viel über das Frauenbild, Schönheitsideale und Moralvorstellungen.
Die Mode des Dekolletés beeinflusst die Entwicklung des BHs – z. B. den Bügel-BH, den Push-up oder trägerlose Modelle. Umgekehrt ermöglicht der BH das Tragen bestimmter Ausschnitte erst.
Besonders seit dem Barock wird das Dekolleté inszeniert – in der Malerei, in höfischer Mode, später im Film, in der Werbung und in Popkultur. Es steht für Inszenierung und Selbstbewusstsein – oder auch für Kontrolle und Anpassung.
Das Dekolleté erreicht im Barock einen Höhepunkt an Inszenierung. Korsetts drücken die Brust nach oben, weite Ausschnitte betonen sie. Die Brust zu einem „Schauobjekt“.
17. Jahrhundert - Schulterträger wandern
Das ganze 16.Jh. über bleiben die Schulterträger auf den Schultern, doch im Laufe des 17. Jhs. wandern sie die Schultern hinunter und über die Oberseite der Arme, und Mitte des 17. Jhs. wird der ovale Ausschnitt dieser Zeit alltäglich. Gegen Ende des Jhs. beginnen die Ausschnitte an der Vorderseite der Damenkleidung sogar noch tiefer zu fallen.
Die französische Mode, einschließlich des hohen Halsausschnitts im spanischen Stil und der Halskrause, die das Gesicht umrahmt, beginnt in Italien an Popularität zu gewinnen und ersetzt das Dekolleté im Medici -Stil.
1603 bis 1868 - Edo-Zeit
Im Japan der Edo-Zeit wird in der erotischen Shunga-Kunst sehr wenig Wert auf Brüste gelegt, da Männer sich weniger für Brüste interessieren.
Die japanische Gesellschaft des 19.Jhs. ist vom Dekolleté westlicher Frauen schockiert.
1610 - Taschentuch bedeckt Dekolleté
Um 1610 werden Halsbesätze allmählich durch flache Kragen ersetzt, die ein aufreizendes Dekolleté ermöglichen, das manchmal mit einem Taschentuch bedeckt wird.
1615 bis 1643 - Dekolleté der Anna von Österreich
Anna von Österreich und die weiblichen Mitglieder ihres Hofes sind dafür bekannt, sehr enge Mieder und Korsetts zu tragen, die die Brüste zusammenpressen und so ein tieferes Dekolleté schaffen, sehr tiefe Ausschnitte, die die Brüste fast vollständig über den Warzenhöfen entblößen, und Anhänger, die auf dem Dekolleté liegen, um es hervorzuheben.
1625 - Dekolleté der Anna von Österreich
Das Dekolleté von Anna von Österreich ist tief und rund ausgeschnitten, betont elegant die Brustlinie. Feine Spitze säumt den Ausschnitt und verleiht ihm Leichtigkeit und Zartheit. Die helle Haut steht im reizvollen Kontrast zum dunklen Stoff des Kleides. Eine schlichte Perlenkette lenkt den Blick auf den freien Hals und das Dekolleté. Der Stil wirkt selbstbewusst, edel und modisch – ganz im Sinne einer königlichen Modeikone des 17. Jahrhunderts.
1630 - Dekolleté der Henrietta Maria
Das Dekolleté von Henrietta Maria ist weit und oval ausgeschnitten, zeigt Hals, Schlüsselbein und den oberen Brustansatz. Es entspricht der höfischen Mode der 1630er: elegant, anmutig und leicht verführerisch, aber ohne Anstößigkeit. Ein Perlenhalsband betont die Linie des Ausschnitts. Der schwere Stoff und die Pelzstola kontrastieren mit der hellen Haut und verleihen dem Dekolleté Würde und Tiefe. Die Darstellung unterstreicht königliche Weiblichkeit und kultivierte Zurückhaltung.
18. Jahrhundert - Schönheit entlarven
Nachrichtenkorrespondenten des 18.Jhs. raten Frauen davon ab, „ihre Schönheit zu entlarven“. Sie schreiben, dass „ansonsten höfliche, vornehme Frauen wie gewöhnliche Prostituierte aussehen“.
18. Jahrhundert - Brüste nach oben
Gegen Ende des 18.Jhs. werden in Kontinentaleuropa die dekolleté-betonenden Korsetts immer dramatischer und drücken die Brüste nach oben.
1709 - Extremes Dekolleté
Der englische Dichter und Essayist Joseph Addison beklagt sich im Tatler über ein so extremes Dekolleté, dass „der Hals einer schönen Frau heutzutage fast die Hälfte des Körpers einnimmt“.
1713 - Ohne Dekolleté
Dekolletés sind nicht unumstritten. 1713 beklagt sich die britische Zeitung The Guardian darüber, dass Frauen meist auf Dekolletés verzichten und Hals und Brust unbedeckt lassen.
1714 bis 1837 - Georgianische Ära
Während der georgianischen Ära wurden Anhänger als Dekolletéschmuck beliebt.
1715 bis 1789 - Französische Aufklärung
Während der französischen Aufklärung gibt es eine Debatte darüber, ob die weibliche Brust lediglich ein sinnlicher Reiz oder ein natürliches Geschenk der Mutter an ihr Kind ist.
1785 - Dekolleté der Adélaïde Labille-Guiard
Nicht alle Frauen in Frankreich tragen das offene Dekolleté ohne Abwandlungen.
Das Selbstporträt der Adélaïde Labille-Guiard von 1785 zeigt die Malerin in einem modischen Dekolletékleid, während ihre Schülerinnen die Brüste mit hauchdünnen Tüchern schmücken.
1795 bis 1820 - Dekolletés der Tages- und Abendgarderobe
In der Mode von 1795 bis 1820 tragen viele Frauen Kleider, die Hals, Brust und Schultern entblößen. Der Umfang des Dekolletés wird zunehmend zu einem großen Unterschied zwischen Tages- und Abendgarderobe.
Nach 1799 - Französische Revolution
Nach der Französischen Revolution werden Dekolletés vorne weiter und hinten schmaler.
19./20. Jahrhundert - Enge Schnürung
Die enge Schnürung der im 19. und 20.Jh. getragenen Korsetts betont sowohl das Dekolleté als auch die Größe von Brust und Hüften. Abendkleider und Ballkleider werden speziell entworfen, um das Dekolleté zu zeigen und zu betonen.
Trotz der Beliebtheit von Dekolletékleidern ist die vollständige Entblößung der Brüste in Porträts auf zwei Gruppen von Frauen beschränkt: die Skandalösen (Mätressen und Prostituierte) und die Reinen (stillende Mütter und Königinnen).
19. Jahrhundert - Biedermeier
Biedermeierzeit bringt wieder mehr Schamhaftigkeit. Hohe Krägen sind modern. Eine bewusste Betonung des Dekolletés wird, ausser in der Abendmode, vermieden.
Ab 1801 - Spaltung (cleavage)
Der Begriff „Spaltung“ (cleavage) wird erstmals im frühen 19.Jh. in der Geologie und Mineralogie verwendet und bezeichnet die Tendenz von Kristallen, Mineralien und Gesteinen, entlang bestimmter Ebenen zu spalten.
Mitte des 19.Jhs. wird damit allgemein die Spaltung entlang einer Trennlinie in zwei oder mehr Teile bezeichnet.
1837 bis 1901 - Viktorianische Epoche
Während der viktorianischen Epoche Mitte bis Ende des 19.Jhs. ist es gesellschaftlich üblich, dass Frauen ihre Brüste in der Öffentlichkeit bedecken.
Hohe Kragen sind im Alltag die Norm. Gegen Ende dieser Epoche kommt der volle Kragen in Mode, obwohl bei formellen Anlässen auch einige Dekolletékleider getragen werden.
1837 bis 1901 - Bertha-Ausschnitt
Während der viktorianischen Epoche wird der Bertha-Ausschnitt, der unterhalb der Schultern liegt und oft mit 7,6 bis 15,2 cm Spitze oder anderem dekorativen Material besetzt ist, bei Frauen der oberen und mittleren Schicht beliebt, doch für Frauen der Arbeiterschicht ist es gesellschaftlich nicht akzeptabel, so viel Haut zu zeigen.
Um das Dekolleté zu bedecken, werden mehrere Perlenketten getragen.
Zusammen mit dem Bertha-Ausschnitt werden Träger von Korsetts entfernt und Schals werden unverzichtbar.
Ab 1849 - Halsketten
Aufwendige Halsketten schmücken ab 1849 das Dekolleté bei Partys und Bällen.
Es gab auch einen Trend, leibchenartige Kleidung und Korsetts aus Fischbein zu tragen, die der Trägerin eine Brust ohne Teilung oder Dekolleté geben.
1855 - Von Dekolletékleidern angewidert
Ein Mann aus der Provinz, der 1855 einen Hofball in den Tuilerien in Paris besucht, ist von den Dekolletékleidern angewidert und sagt: „So etwas habe ich seit meiner Entwöhnung nicht mehr gesehen!“
1863 - Ohne Dekolleté
John Dudgeon, ein schottischer Missionar in China im späten 19.Jh., schätzt die chinesische Mode ohne Dekolleté als Schutz für „Bauch und Brust“.
1870er bis 1890er - Gilded Age
In Nordamerika schmücken Frauen im Gilded Age ihr Dekolleté mit an der Kleidung befestigten Blumen und sorgfältig platziertem Schmuck.
1871 bis 1914 - Belle Époque
In Frankreich zeigen Fotografien aus der Belle Époque oft chinesische Fächer, um die Aufmerksamkeit auf das entblößte Dekolleté zu lenken.
1876 - Dekolleté der Madame Henriot
Das Dekolleté der Madame Henriot wirkt sanft und natürlich. Der weiche, runde Ausschnitt betont die Brustpartie dezent, ohne aufdringlich zu sein. Renoir modelliert Haut und Stoff mit Licht und Farbe, sodass beides ineinanderfließt. Kein Detail ist hervorgehoben, alles wirkt stimmig und würdevoll. Das Dekolleté erscheint als Teil einer harmonischen, selbstbewussten Erscheinung – offen, aber nicht entblößend, sinnlich, aber nie bloßgestellt.
Ab 1880 - Geteiltes Korsett
Im späten 19.Jh. beginnen Modedesigner mit Alternativen zu experimentieren und teilen das Korsett in mehrere Teile: eine gürtelartige Haltevorrichtung für den Unterkörper und Vorrichtungen, die die Brüste von der Schulter bis zum Oberkörper halten.
1884 - Dekolleté der Virginie Amélie Avegno Gautreau
Portrait of Madame X , ein 1884 gemaltes Bild der in Amerika geborenen Pariser Prominenten Virginie Amélie Avegno Gautreau von John Singer Sargent, wird heftig kritisiert, weil es die Frau in einem eleganten schwarzen Kleid mit skandalösem Dekolleté darstellt und ihr rechter Träger von der Schulter gerutscht ist.
Die Kontroverse ist so groß, dass Sargent das Gemälde überarbeitet und den Träger von ihrem Oberarm auf ihre Schulter verlegt.
1890 - Erste Brustvergrößerung
1890 wird die erste Brustvergrößerung mithilfe einer Injektion von flüssigem Paraffin durchgeführt.
1900 bis 1913 - Dekolleté der Lina Cavalieri
Die italienische Sopranistin Lina Cavalieri ist sowohl für ihr Dekolleté als auch für ihr Talent bekannt. Im Film „Die schönste Frau der Welt“ wird sie von Gina Lollobrigida porträtiert, die sich einen „Dekolleté-Krieg“ mit ihrer Erzrivalin Sophia Loren liefert.
1901 bis 1914 - Edwardianische Ära
In der Edwardianischen Ära ist ein extrem hochgezogener Ausschnitt ohne jeglichen Anflug von Dekolleté ebenso üblich wie der ebenfalls beliebte Bogenschnitt.
Ab 1904 - Ausschnitt über dem Dekolleté
Ab 1904 werden die Ausschnitte der Abendgarderobe tiefer gelegt und entblößen die Schultern. Manchmal sind sie auch ohne Träger, aber der Ausschnitt endet noch immer über dem Dekolleté.
1908 - Gummipolster
1908 wird an der Innenseite des Mieders ein einzelnes Gummipolster oder eine „Büstenform“ getragen, um das Dekolleté praktisch unsichtbar zu machen.
Ab 1913 - V-förmiger Ausschnitt
Geistliche auf der ganzen Welt sind schockiert, als um 1913 Kleider mit dezenten runden oder V-förmigen Ausschnitten in Mode kommen.
Im Deutschen Kaiserreich veröffentlichen die römisch-katholischen Bischöfe einen Hirtenbrief, in dem sie die neue Mode angreifen.
1914 - Dekolleté-Kleidung abgelöst
In Neuseeland wird das erste Aufkommen von Dekolleté-Kleidung im Jahr 1914 bald von der „flachen“ Mode abgelöst.
1914 - Rückenfreier BH
Frustriert vom Fischbeinkorsett entwirft die New Yorker Prominente Mary Phelps Jacob, besser bekannt als Caresse Crosby, den ersten BH aus zwei Taschentüchern und etwas Band, um ihr Dekolleté zu betonen.
1914 lässt Jacob das Kleidungsstück als „rückenfreien BH“ patentieren und nachdem sie einige hundert Stücke hergestellt hat, verkauft sie das Patent für 1.500 US-Dollar an die Warner Brothers Corset Company.
Ab 1914 - BH-Industrie
Warner Brothers verdienen mehr als 15 Millionen US-Dollar mit Jacobs Entwurf.
Im Laufe des 20.Jh. erlebt die BH-Industrie viele Höhen und Tiefen, oft beeinflusst durch die Nachfrage nach Dekolletés.
Ab 1917 - Keine Korsetts
Korsetts kommen ab 1917 aus der Mode, als Metall für die Herstellung von Panzern und Munition für den Ersten Weltkrieg benötigt wird und aufgrund der Mode für jungenhafte Figuren.
1920er bis 1960er - Qipao
In der Republik China wird im frühen 20.Jh. Qipao, ein Kleid, das die Beine zeigt, aber kein Dekolleté, so beliebt, dass viele Chinesinnen es als ihre Nationaltracht betrachten.
1920er bis 1940er - Umgang mit Korsetts
Von den 1920er bis in die 1940er Jahre versuchen Korsetthersteller ständig, jungen Frauen den Umgang mit Korsetts beizubringen. Allerdings wird die Mode in Bezug auf das Dekolleté zurückhaltender, während das Zeigen der Beine während des Ersten Weltkriegs in westlichen Gesellschaften akzeptierter wird und fast ein halbes Jahrhundert lang so bleibt.
Ab 1920er - Heavage
Männliches Dekolleté, auch bekannt als „Heavage“, ein Ergebnis von tiefen Ausschnitten oder aufgeknöpften Hemden, ist seit den 1920er ein Filmtrend.
Douglas Fairbanks enthüllt seine Brust in Filmen wie Der Dieb von Bagdad (1924) und Die eiserne Maske (1929), und Errol Flynn zeigte sein männliches Dekolleté in Filmen wie Die Abenteuer des Robin Hood (1938).
1920er - Flapper-Generation
Die Flapper-Generation der 1920er flacht ihre Brust ab, um den modischen „Junge-Mädchen“-Look anzunehmen, indem sie ihre Brüste entweder bandagiert oder Brustformer verwendet.
Die Unterdrückung der Brust ist in der westlichen Welt so weit verbreitet, dass die US-amerikanische Ärztin Lillian Farrar „jungfräuliche, atrophische, prolabierte Brüste“ auf die Modezwänge der Zeit zurückführt.
1920 - Eigenfett
1920 wird Paraffin zur Brustvergrößerung durch Fettgewebe aus Bauch und Gesäß ersetzt.
1927 bis 1949 - Chinesische Kommunistische Revolution
Im China der Nachrevolution wird der Zhongshan Zhuang (Mao-Anzug) zur vorgeschriebenen Kleidung für Männer und Frauen, da er die Brüste vollständig verbirgt.
1930er - Weltwirtschaftskrise
Mit der Rückkehr zu weiblicheren Figuren in den 1930er bleibt die Nachfrage nach Korsetts selbst auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise stark.
Die Entwicklung des Bügel-BHs beginnt in den 1930er. Er erfreut sich jedoch erst in den 1950er großer Beliebtheit, als Metall nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für den Hausgebrauch freigegeben wird.
1934 bis 1968 - Motion Picture Production Code
Unter dem Motion Picture Production Code, der in den USA zwischen 1934 und 1968 in Kraft ist, ist die Darstellung eines übermäßigen Dekolletés nicht gestattet.
Viele Schauspielerinnen widersetzen sich diesen Standards; andere Berühmtheiten, Künstler und Models tun es ihnen gleich, und die Öffentlichkeit folgt ihrem Beispiel.
Tief ausgeschnittene Dekolletés werden üblich.
1940er - Getrennte und angehobe Brüste
In den 1940er sorgt eine beträchtliche Menge Stoff in der Mitte von Büstenhaltern dafür, dass die Brüste getrennt werden, anstatt ein zusammengeschobenes Dekolleté zu erzeugen.
Christian Dior führt einen „neuen Look“ ein, der elastische Korsetts, Polster und formende Hüfthalter umfasst, um die Hüften zu verbreitern, die Taille zu betonen und die Brüste anzuheben.
1940er - Cleavage (Ausschnitt, Dekolleté)
In den 1940er verwendet Joseph Breen, Leiter der US Production Code Administration (PCA), den Begriff "cleavage" für Brüste in Bezug auf die Kostüme und Posen der Schauspielerin Jane Russell in dem Film „Der Gesetzlose“ von 1941, sowie bei der Bewertung der britischen Filme „Die böse Lady “ (1945) mit Margaret Lockwood und Patricia Roc, „Bedelia“ (1946), ebenfalls mit Lockwood, und „Pink String and Sealing Wax“ (1945) mit Googie Withers.
Das Wort "cleavage" setzt sich aus dem Wurzelverb "cleave" (spalten) und der Endung age ("der Zustand von" oder "die Handlung von") zusammen.
1940er - Dekolleté der Margaret Lockwood
Margaret Lockwood wird in den 1940er zu einem der größten Stars des britischen Films, weil das Publikum von ihrem Dekolleté schockiert ist.
1940er - Dekolleté der Faye Emerson
In den 1940er wird als Hommage an die amerikanische Schauspielerin Faye Emerson ein Club namens „Faye Emerson Plunging Neckline Club of Brooklyn“ gegründet.
1943 - Dekolleté der Jane Russell
Die Überbetonung von Russells Dekolleté durch den Piloten und Filmemacher Howard Hughes veranlasst 1943 die MPAA, gegen den Film vorzugehen und den Begriff „Dekolleté“ im Zusammenhang mit Brüsten zu verwenden. Hughes und Russell gelten als Pioniere des übertriebenen Dekolletés im Film.
Für den Film entwirft Hughes einen Prototyp eines Bügel-BHs, der Russell ein 13,2 cm langes Dekolleté verleiht.
Entgegen vieler Medienberichte wirft Russell den BH weg: "... das „lächerliche“ Ding tut ihr so weh, dass sie es nur wenige Minuten lang trägt und stattdessen ihren eigenen BH anzieht. Um zu verhindern, dass Hughes es bemerkt, polstert Russell die Körbchen mit Papiertaschentüchern aus und zieht die Träger fest, bevor sie zum Set zurückkehrt."
Der berühmte BH landet in einem Hollywood-Museum – ein falsches Zeugnis für den Push-up-Mythos.
Nach 1945 - Bestimmendes Emblem
In der Nachkriegszeit wird das Dekolleté zu einem bestimmenden Emblem.
1946 - Time-Artikel „Cleavage & the Code“
Die Verwendung des Begriffs "cleavage" wird erstmals in einem Time-Artikel mit dem Titel „Cleavage & the Code“ von 1946 behandelt, und zwar als „Handelsbegriff des Johnston Office (der damals populäre Name des Büros der Motion Picture Association of America (MPAA)) für "die schattige Vertiefung, die den Busen einer Schauspielerin in zwei unterschiedliche Abschnitte teilt.“
1947 - Gepolstert BH
1947 entwirft Frederick Mellinger von Frederick's of Hollywood den ersten gepolsterten Büstenhalter.
1948 - Push-up-BH
1948 kommt eine frühe Push-up-Version mit dem Namen „The Rising Star“ auf den Markt.
1948 - Dekolletékleider
Dekolletékleider werden im Palästina erst nach der Gründung des Staates Israel gesichtet.
1950er - Verkörperung der erogenen Zonen
Schriftsteller Peter Lewis: „Die Büste, der Busen oder das Dekolleté sind in den 1950er die Verkörperung der erogenen Zonen. Die Brüste sind der Augapfel aller.“
1950er - Üppiges Dekolleté
Skizzen, Illustrationen und Kurzgeschichten in Reader's Digest und Saturday Evening Post zeigen Frauen mit schmaler Taille, großem Hintern und üppigem Dekolleté.
In diesem Jahrzehnt bewirbt Hollywood und die Modeindustrie große, gespaltene Oberweiten und falsche Brüste.
1950er - Halbschalen-BH und Polyvinylbeutel
Die Büstenhalterindustrie beginnt mit Halbschalen-BHs (Demi-Cup- oder Shelf-BH) zu experimentieren, um das Dekolleté hervorzuheben.
Polyvinylbeutel sind oft das bevorzugte Implantat, um die Brüste zu vergrößern und ihnen ein volleres, prägnanteres Aussehen zu verleihen.
1950er - Brustwahnsinns
Die offene Zurschaustellung von Dekolletés ist meist auf gut bestückte Schauspielerinnen beschränkt, wie Lana Turner, Marilyn Monroe, Rita Hayworth, Jane Russell , Brigitte Bardot, Jayne Mansfield und Sophia Loren.
Sie werden für ihr Dekolletés ebenso gefeiert, wie für ihre Schönheit.
Der Dessoushersteller Berlei bringt den BH „Hollywood Maxwell“ auf den Markt und behauptet, er sei ein „Favorit der Filmstars“.
1950er - Pullover
Während Filmstars das Aussehen der weiblichen Oberweite stark beeinflussen, sind die Pullover der 1950er für viele Frauen ein sichererer Ersatz.
1950er - Nackte Schultern
Einer amerikanischen Stadtfrau zufolge sind in den 1950er „unsere Schultern nachts nackt und unsere Brüste halb entblößt“.
1950er - Halsketten und Tüll
Auffällige Halsketten, die das Dekolleté betonen, werden in Frankreich bei Bällen und Partys populär.
In den USA versuchen Fernsehsendungen, das entblößte Dekolleté mit Tüll zu verdecken.
1950 bis 1953 - Koreakrieg
Die Bollywood -Schauspielerin Begum Para ist 1951 die erste indische Schauspielerin in der Sendung Life. Durch die Fotostrecke von James Burke wird sie zum ersten „ Pin-up-Girl “ der indischen Filmindustrie. Ihre Fotos sind auch bei den US-Soldaten im Koreakrieg beliebt.
1953 - Busen-Peepshow-Effekt
Im Jahr 1953 wird der Hollywood-Film "The French Line" als anstößig befunden, da Jane Russells „Brustfotos in der Badewanne, ihr Dekolleté und ihre Brüste freigelegt“ sind, und einige ihrer Dekolleté-Kleider „absichtlich entworfen sind, um einen Busen-Peepshow-Effekt zu erzeugen, der sogar über ein extremes Dekolleté hinausgeht.“
1960er - Brustvergrößerung mit Silikon-Gel
Thomas Cronin und Frank Gerow entwickeln gemeinsam mit der Dow Corning Corporation die erste mit Silikongel gefüllte Brustprothese. Im darauf folgenden Jahr findet die erste Implantation statt.
1960er - Diät für einen Schlanken Unterkörper
In den späten 1960er verlagert sich die Aufmerksamkeit von der großen Oberweite auf den schlanken Unterkörper, was die Notwendigkeit einer Diät erneut unterstreicht, insbesondere da die neue Mode – knapp, durchsichtig und eng anliegend – den übermäßigen Einsatz von Miederwäsche verhindert.
Die Beine werden als Schönheitselement vergleichsweise weniger betont.
1960er - BH-Verbrennungsbewegung
In den 1960er entsteht, angetrieben vom Feminismus der zweiten Welle, liberaler Politik und der Bewegung für freie Liebe, eine BH-Verbrennungsbewegung, um – neben verschiedenen patriarchalischen Imperativen – gegen konstruierte Dekolletés und disziplinierte Brüste zu protestieren.
1960er - BH-loser Look und weiche BHs
Der zunehmend legere Stil der 1960er führt zu einem BH-losen Look, als Frauen, die nicht auf BHs verzichten wollen, auf weiche BHs umsteigen, die nicht anheben und „so leicht und diskret wie möglich“ sind, aber trotzdem Halt bieten.
1960 - Dekolleté der Gina Lollobrigida
Gina Lollobrigida sorgt 1960 mit einem tief ausgeschnittenen Kleid für Aufsehen.
Ab 1963 - Aggresives Dekolleté und Plunge-BH
Im Herbst 1963 und Frühjahr 1964 sind tiefe Ausschnitte die dominierenden Modetrends im Westen, während das Kinopublikum von Filmen wie Tom Jones mit den „aggressiven Dekolletés“ bezaubert ist.
Hersteller von Dessous und Shapewear wie Warner Brothers, Gossard , Formfit und Bali nutzen die Gelegenheit und bringen Plunge-BHs mit einem niedrigeren Steg auf den Markt , der für tief ausgeschnittene Modelle geeignet ist.
Im Alltag werden tief ausgeschnittene Kleiderstile üblich, sogar in der Freizeit.
1970er - Brustmuskeln und Dekolleté
In den frühen 1970er wird es üblich, die oberen Knöpfe von Hemden und Blusen offen zu lassen, um Brustmuskeln und Dekolleté zu zeigen.
Mutige Frauen und Männer jeden Alters tragen maßgeschneiderte, zugeknöpfte Hemden, die in einem „ groovigen “ Stil von der Brustspitze bis zum Nabel offen sind, mit Anhängern, Perlen oder Medaillons, die auf der Brust baumeln und einen durch Training geformten, straffen Körper zur Schau stellen.
Das wichtigste Kleidungsstück in der Garderobe einer Frau in den 1970er sind ein maßgeschneiderter Blazer und ein Hemd, da Frauen weiterhin traditionell männliche Kleidung für ihren eigenen Stil übernahmen.
1970er - Unisex-Stile
In den 1970er knöpfen immer mehr Männer ihre Hemden auf, da sowohl Männer als auch Frauen eine antimodische Einstellung zur Kleidung und den Aufstieg der Freizeitkleidung verfolgen und bequeme Unisex-Stile annehmen.
1970er - Schwule Männer
Als sich ein neuer maskuliner Stil entwickelt, übernehmen schwule Männer einen traditionell maskulinen oder Arbeiterklassenstil mit „halb aufgeknöpftem Hemd über der verschwitzten Brust“ und engen Jeans und lehnen die Vorstellung ab, dass männliche Homosexuelle weiblich sein wollen.
1980er - Tiefe Dekolletés
In den 1980er werden tiefe Dekolletés immer üblicher und weniger gewagt, da Workouts und maskuline Blazer mit Schulterpolstern immer beliebter werden.
1985 - Rückkehr des Korsetts
1985 führt die Designerin Vivienne Westwood das Korsett als trendige Möglichkeit, das Dekolleté zu betonen, wieder ein. Bald darauf führt Westwood eine Variante mit elastischen Seiten ein, die als Balkonett dient, um das Dekolleté nach oben zu drücken.
1990er - Victoria's Secret
Die hypersexualisierten Stile von Victoria's Secret werden in den 1990er zum „Zeitgeist“.
Bis 2013 hat Victoria's Secret ein Drittel des US-Marktes für Damenunterwäsche erobert.
Der Webcast der Victoria's Secret Show wird zu einem der größten Events im Internet.
1990er - BH für asiatische Frauen
Anfang der 1990er bringt die Sara Lee Corporation zusammen mit dem britischen Dessoushersteller Gossard einen BH für asiatische Frauen auf den Markt, die laut Sara Lee „weniger draller und schmalere Schultern“ haben.
1990er - Bollywood-Dekolletè
Im Indien des späten 20.Jhs. werden Dekolletés zu einem zentralen Anziehungspunkt in Bollywood -Filmen.
1990er - Hollywood Extreme Cleavage Bra
Dessoushersteller Frederick's of Hollywood führt ein Design namens Hollywood Extreme Cleavage Bra ein, das den Eindruck eines runden Dekolletés wie vergrößerter Brüste erweckt und durch Stars wie Pamela Anderson populär gemacht wird.
1994 - Wonderbra der Eva Herzigova
Die Marke Wonderbra, die es anderswo bereits gibt, betritt 1994 den US-Markt mit einem neu designten, das Dekolleté betonenden BH.
Angetrieben von einer umstrittenen Werbekampagne, in der das Dekolleté des Models Eva Herzigova im Mittelpunkt steht, wird kurz nach der Einführung der Marke alle 15 Sekunden ein Wonderbra verkauft, was im ersten Jahr zu einem Umsatz von 120 Millionen US-Dollar führt.
In ihrer Blütezeit sponsert Wonderbra jedes Jahr einen National Cleavage Day in Südafrika.
1999 - Triumph der Dekolleté-Kultur
Das amerikanische Männermagazin Esquire veröffentlicht 1999 eine viel kritisierte Titelgeschichte mit dem Titel „Triumph der Dekolleté-Kultur“.
2000er - Bügel-BH
Bügel-BHs, die beliebteste Unterwäsche für ein breiteres Dekolleté, machen im Jahr 2000 60% des britischen BH-Marktes aus und 70% im Jahr 2005.
Etwa 70% aller Frauen, die BHs tragen, tragen im Jahr 2009 einen Bügel-BH aus Stahl.
Ab 2003 - Das neue Dekolleté
Ab 2003 werden „Sideboobs" – die Entblößung der Seite der Brust – populär; sie werden auch das "neue Dekolleté" genannt.
Um 2000 - Mehr Gesäß
Um die Wende zum 21.Jh. verlagert sich die Aufmerksamkeit, die Dekolleté und Brüsten gewidmet wird, insbesondere in den Medien, teilweise auf das Gesäß, während Korsetts wieder in den Mainstream zurückkehrt.
Ab 2001 - Fotografiergeräusche
In Japan kann man seit 2001 das Fotografiergeräusch von Mobiltelefonen nicht mehr ausschalten. Dieser Standard, der nicht auf einer gesetzlichen Vorschrift beruht, sondern auf einer Übereinkunft von japanischen Telekommunikationsanbietern und Telefonherstellern, soll das heimliche Fotografieren erschweren.
2006 - Upskirting/Downblousing
Im Buch "Sex Crimes Investigations" aus dem Jahr 2006 wird die Eigenschaft des Verbotenen als ein Reiz der Genre Upskirting und Downblousing beschrieben: sie sind „wie Fenster zum Spannen“.
2006 - Schmale Taille und riesige Brüste
Die britische Schauspielerin Keira Knightley, deren Brüste für die US-Versionen der Poster zu „Fluch der Karibik 3 – Die Truhe des Todes“ und „King Arthur“ digital vergrößert werden , sagt, dass Frauen in den USA „eigentlich nicht auf das Cover eines Magazins dürfen, wenn sie nicht mindestens Körbchengröße C haben, weil das die Leute abstößt.“
2008 - Underboobs
Im Jahr 2008 schrieb Armand Limnander in der New York Times:
„Underboob", auch bekannt als "Bottom Clevage" oder "Reverse Clevage", ist "eine neu fetischisierte anatomische Zone, wo der untere Teil der Brust auf den Rumpf trifft, populär gemacht durch die Rockgirls der 1980er in abgeschnittenen Tanktops".
2009 - Smart Memory Bra
Im Jahr 2009 bringt der slowenische Dessoushersteller Lisca einen Hightech-„Smart Memory Bra“ auf den Markt, der die Brüste bei sexueller Erregung der Trägerin weiter nach oben drückt.
2010er bis 2020er - Bralettes, Soft-BHs und ohne BH
In den 2010er und frühen 2020er, insbesondere während der COVID-19-Lockdowns , beginnt die Beliebtheit von Dekolleté-BHs zu sinken.
Bralettes und Soft-BHs gewinnen Marktanteile auf Kosten von Bügel- und gepolsterten BHs, die manchmal auch als Oberbekleidung dienen.
Einige Bralettes haben ein tiefes Design, eine leichte Polsterung oder eine Po-Unterstützung.
Viele Frauen kleiden sich ohne BH, was zu einem weniger dramatischen Dekolleté führt, das auch als „stilles Dekolleté“ bezeichnet wird. Es geht eher um den athletischen Körper, Gesundheit und Wohlbefinden als um den männlichen Blick.
2010er bis 2020er - Cleavage Shaming
Trotz seiner langen Geschichte ist das Zeigen von Dekolletés immer noch umstritten.
„Cleavage Shaming“ ist in den Nachrichten und sozialen Medien an der Tagesordnung. Frauen werden wegen des Tragens von dekolletierten Outfits getrollt und an den Pranger gestellt.
Schülerinnen in den USA, insbesondere nicht-weiße Schülerinnen, werden der Schule verwiesen und von der Schule verbannt sowie bestraft, weil sie Kleider tragen, die Dekolleté und Beine enthüllen.
Die Organisatoren der ChinaJoy, der größten Messe für Spiele und digitale Unterhaltung in China, verhängen Geldstrafen von 800 US-Dollar gegen Frauen, die "mehr als zwei Zentimeter Dekolleté" zeigen.
Sideboob- und Underboob-Fotos werden in den USA nach einer Kundgebung von Free the Nipple verboten.
In Thailand werden Selfies mit Underboob-Fotos verboten und mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft.
Die Videospiel-Streaming-Plattform Twitch verbietet 2020 Underboob-Fotos und schreibt ein zulässiges Maß an Dekolleté vor.
2010er - Korsett-Revival
Korsetts erleben in den 2010er ein Revival; dieser Trend wird durch Fotos in den sozialen Medien vorangetrieben. Das Korsett verschwindet nicht so sehr, als dass es durch Diät, Sport und plastische Chirurgie wieder verinnerlicht wird.
2010er - Modisches Statement und Opfer sexueller Gewalt
In den 2010er werden dekolletierte Kleidungen in Indien von Männern und Frauen als modisches Statement gesehen und nicht mehr, wie früher, als Zeichen der Verzweiflung.
Gleichzeitig verliert das Dekolleté auf der Leinwand an Attraktivität, da tief ausgeschnittene Kleidung immer alltäglicher wird.
Sowohl Männer als auch indische Frauen glauben, dass Frauen, die tief ausgeschnittene, filmähnliche Kleidung tragen, eher Opfer sexueller Gewalt werden.
2012 - Dekolleté-Königin
Die Hollywood- Schauspielerin Marilyn Monroe sagte einmal: „Das Problem mit der Zensur ist, dass sie sich Sorgen macht, wenn ein Mädchen ein Dekolleté hat. Sie sollten sich Sorgen machen, wenn sie keins hat.“
2012, 50 Jahre nach ihrem Tod, wird sie zur Dekolleté-Königin gewählt.
2018 - Dekolleté der Alia Bhatt bei den GQ Style Awards
Alia Bhatts Dekolleté zeigt sich in einem tiefen V-Ausschnitt, der elegant bis zur Körpermitte reicht. Der zarte, rosafarbene Stoff fällt weich und betont die klare Linie ihres Oberkörpers. Trotz der Offenheit wirkt der Look stilvoll und selbstbewusst. Die Präsentation ist modisch gewagt, aber nicht übertrieben – ein Ausdruck moderner Weiblichkeit, bei dem Haltung und Ausstrahlung im Mittelpunkt stehen.
Bis 2020 - Sexuelle Belästigung durch Berührung
Bis 31. Dezember 2020 ist Upskirting bzw. Downblousing nicht explizit Gegenstand des Strafgesetzbuchs. Die „sexuelle Belästigung“ (§ 184i StGB) erfordert eine Berührung, die beim Fotografieren nicht gegeben ist.
Bei einer „Herabsetzung der Person“, z.B. abfälligen Bemerkungen des Fotografen, kommt der Straftatbestand der Beleidigung in Betracht.
Außerdem ist bei Aufnahmen in Wohnungen oder gegen Einblick besonders geschützten Räumen (z.B. Umkleidekabine) eine Strafbarkeit wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen (§ 201a StGB) denkbar.
Eine Verbreitung (Weitergabe) oder Veröffentlichung der Upskirt- bzw. Downblouse-Fotos ohne Einwilligung der fotografierten Person ist wegen Verstoßes gegen das Recht am eigenen Bild nach § 33 Kunsturhebergesetz strafbar.
Die ohne Zustimmung der abgebildeten Person verbreiteten oder öffentlich zur Schau gestellten Bildnisse und die zu ihrer Vervielfältigung bestimmten Vorrichtungen unterliegen nach § 37 Kunsturhebergesetz der Vernichtung.
2020 - COVID-19-Lockdown
Während der COVID-19-Lockdowns kommt es zu einem Rückgang der BH-Verkäufe um 12 % bei 100 Einzelhändlern, während YouTuber Tutorials zur Umfunktionierung von BHs als Gesichtsmasken erstellen; dieser Trend wird auch als „Lockdown-Befreiung“ bezeichnet.
Ab 2021 - Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen
Upskirting oder Downblousing wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bestraft (Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen, § 184k Strafgesetzbuch).[Gemäß § 184k Absatz 4 können die Bildträger und Bildaufnahmegeräte eingezogen werden.
Sowohl das unbefugte Erstellen von Fotografien des Intimbereichs einer anderen Person als auch die Verbreitung der Bildaufnahmen kann nun als Straftat geahndet werden.
Außerdem kommen Schadensersatzansprüche, insbesondere Schmerzensgeld, nach § 253 und § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit § 184k StGB (bis 31. Dezember 2020 wegen Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts aus Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG) in Betracht.
2023 - Ausdruck von Stil, Erotik oder Ironie
Das Dekolleté ist kein Muss mehr – aber ein möglicher Ausdruck von Stil, Erotik oder Ironie.

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